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Konsumboykott, und der damit verbundene Energieentzug, ist meine Antwort auf die Machenschaften des Systems. Selbstversorgung fast kostenfrei ist mein Ziel. Ich lade Sie ein, meinen Weg mit zu gehen und dabei die schönen Seiten des Lebens nicht zu vergessen.

Schneeflocken

Sonntag, 29. Juni 2014

Erbsenschalen kann man essen

Nachdem sich unsere Zuckerschoten/Erbsen nach dem Hagel nun doch dafür entschieden hatten, weiter zu wachsen, war jetzt Erntezeit angesagt. Ich hätte sie noch etwas wachsen lassen aber meine Nachbarin kam und fragte mich, warum ich die Erbsen denn noch nicht geerntet hätte. Ich sagte, ich will sie noch etwas wachsen lassen. Sie sagte aber, daß sie die nur soweit wachsen läßt, daß noch keine Erbsenkügelchen drin gewachsen sind.
Also quasi ißt sie nur die Schalen. Na, das ist mir doch nichts, ich baue doch Erbsen an, um Erbsen essen zu können und nicht nur die Schalen davon. Die Schalen wurden bei uns immer weggeschmissen, auf den Kompost befördert. Und das hat schon meine Mutter so gemacht.

Aber mal ehrlich, meine Nachbarin hat mich zum Nachdenken gebracht. Warum muß eigentlich immer nur das richtig sein, was man von der Mutter gelernt bekommen hat? Was ist eigentlich schlecht an den Erbsenschalen?

Und so haben wir gestern zum ersten Mal Erbsen mit Schalen als Gemüse gekocht. Die Fäden an den Schalen wurden abgezogen, die hat man sicher noch nicht, wenn man nur die jungen Schoten ißt. Da wir aber schon Erbsen in den Schoten drin hatten, mußte die Arbeit sein. Schön von beiden Seiten die Enden abgeschnippelt und die Fäden jeweils runtergezogen und dann noch in der Mitte durchgeschnitten, damit man noch evtl. Fäden abziehen konnte. Hat wunderbar funktioniert und wir hatten ein Vielfaches an Gemüse, als wenn ich nur die Erbsen rausgepult hätte.

Im letzten Jahr hatte ich viele Zuckerschoten angebaut aber was am Ende nach dem Auspulen übrig blieb, war nicht gerade viel. Wenn man die Zeit und das Wasser bedenkt, das man vergossen hat, ist die Bilanz bei Erbsen geradezu mickrig.
Wenn man allerdings die Erbsen mit Schalen nimmt, dann sieht die Erntebilanz schon ganz anders aus. Es war soviel Gemüse, daß wir abends noch eine Suppe draus machen konnten und es hat ganz klasse geschmeckt.

Fazit: Auch Mütter machen nicht alles perfekt. Und wir werden in Zukunft die Erbsen nur noch mit Schalen essen. Und weil der Gedanke so vortrefflich ist und Appetit auf mehr gemacht hat, habe ich heute gleich nochmal auf dem abgeernteten Rettichbeet Zuckerschoten gesät. Die dürften auf jeden Fall noch bis zum Vegetationsende was werden.

Und wieder wird der alte Spruch wahr: " Man kann alt werden, wie eine Kuh, man lernt immer noch dazu". Wobei ich mich gerade frage, wie alt denn eigentlich Kühe im Normalfall werden, also wenn man sie denn "kuhwürdig" leben ließe.

Na denn, einen schönen Sonntag allen. Es soll ja regnen. Ich hoffe so sehr darauf, es ist alles sturztrocken, Zeit wäre es für einen kräftigen Landregen. Aber meine Wünsche an das Universum hat wohl keiner da oben gehört. Na ja, warum soll es da oben auch anders sein, als hier unten. Da hört ja auch keiner, was man zu sagen hat. Nun ja, wer weiß, wofür es wieder gut ist.

Machen Sie sich den Sonntag schön gemütlich mit Kaffee und Kuchen. Man gönnt sich ja sonst nix.

PS: Soeben hat es angefangen zu regnen. Mein Wunsch an das Universum wurde also doch gehört.
       Na, da will ich mal nichts gesagt haben.

Hier gibt es weitere Informationen zum Thema Erbsen und Erbsenschalen:
http://www.zentrum-der-gesundheit.de/trockenerbsen-ia.html?utm_source=newsletter&utm_medium=E-Mail&utm_campaign=ZDG12062016&campaign=ZDG12062016

Also bis bald
Eure Petra K.

Nachtrag 22.07.2016:
Ich hab erfahren, daß man von den Erbsenpflanzen auch jeweils die Sprossen essen kann, also die Spitzen von den Pflanzenranken. Und daran wird es bei guten Pflanzen sicher nicht mangeln. Das Kraut nur wegen der Erbsen wachsen zu lassen und dann auf den Kompost zu werfen, ist also wirklich viel zu schade. Gebt es mit in einen Salat, das schmeckt sehr gut.


Mittwoch, 25. Juni 2014

Kartoffelgulasch

Wenn man wenig Geld hat oder einfach weniger Geld ausgeben möchte, dann kann oder muß man auch beim Essen sparen. Schmecken soll es aber auf jeden Fall. Sparen und gut schmecken sollte sich in keinem Fall gegenseitig ausschließen und daß das möglich ist, sieht man an unseren Gerichten, die bei uns tagtäglich, oder wenn möglich alle zwei Tage, gekocht werden. Und gesund soll es auch sein. Auch das ist wichtig, denn Arztbesuche bringen ja bekanntlich oftmals nichts Gutes, außer ein Rezept, wo man mit den Medikamenten schon wieder die Folgekrankheiten mit einkauft. Sorry, aber ich hab nun mal keine gute Meinung von der Schulmedizin und ich versuche durch gesundes Essen die Arztbesuche zu vermeiden und komischerweise gelingt mir das auch, ich war schon seit Jahren bei keinem Arzt mehr.

Und weil wir nur wenig Geld haben und trotzdem gut leben möchten, gab es heute bei uns zum Mittagessen Kartoffelgulasch. Der ist schnell gemacht, einfach zuzubereiten, preiswert und genau das Richtige für so einen trüben und recht kühlen Tag wie heute.  

Einfach ein paar Zwiebeln klein schneiden, in etwas Fett anschwitzen, Paprikapulver drüber. Die geschälten und geschnipselten Kartoffeln dazugeben, mit Brühe auffüllen und mit Liebstöckel, Majoran, Salz und Pfeffer würzen. Wer es etwas fleischig mag, schneidet etwas Wurst (z.Bsp. Bockwurst o.ä.) in den Kartoffelgulasch hinein. Kurz köcheln lassen, bis die Kartoffelstückchen gar aber immer noch bissfest sind. Fertig ist ein ganz leckeres und billiges Mittagessen.

Wenn man die Kartoffeln aus dem eigenen Garten hat, bewegen sich die Kosten im Centbereich, zumindest wenn man keine Wurst oder Fleisch drin braucht. Und da sieht man schon wieder, was im Küchenbudget den größten Teil der Kosten ausmacht - Fleisch und Wurst. Schon aus diesem Grund esse ich gerne fleischlos, weil ich einfach zu geizig bin, der Fleischmafia das Geld in die Taschen zu tragen. Da aber nicht alle in meiner Familie so denken, gibt es doch immer mal ein Essen, wo auch Fleisch drin ist aber unser Fleischkonsum hat sich schon sehr stark reduziert. Ich muß eben meinem Küchenchef immer mal Essenswünsche unterbreiten, die fleischlos sind. Im Kartoffelgulasch mußte ich den Kompromiß mit ein paar Wurstscheiben eingehen aber es war ja auch sehr lecker, trotz Wurst.




Guten Appetit!



Dienstag, 24. Juni 2014

Hängende Gärten für den Balkon

Wohl dem, der einen Garten hat. Doch nicht alle haben diesen Luxus, den so Mancher noch dazu als alles andere als Luxus bezeichnen würde und eher die ganze Arbeit als eine einzige Schinderei bezeichnen möchte. Ja, das sieht eben jeder anders.

Ich finde den alten Spruch bezeichnend: "Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten".

Wer das nicht so sieht, ist vielleicht schon damit froh und glücklich, einen Balkon zu haben. Selbstversorgung ist zwar dann nur im entferntesten Sinne möglich aber man kann etwas tun, um gesunde Lebensmittel auch auf dem Balkon wachsen zu lassen. Und wer sich einfach nur an schönen Blumen und Pflanzen erfreuen möchte, der kann dies auch auf einem Balkon tun. Dann möchte man aber gern jeden Winkel und die noch so kleinste Fläche nutzen, um etwas wachsen und/oder blühen zu lassen.

Salat auf dem Balkon ziehen? Natürlich ist das möglich. Die Balkonkästen sind ausgereizt? Wie wäre es denn mit hängenden Gärten? So können Sie die Balkonbrüstung voll und ganz ausnutzen. Ich habe mir mal so meine Gedanken gemacht, wie man das umsetzen könnte und bin auf die Nutzung von Tetra-Packs gekommen, die man durchaus noch umfunktionieren kann, um Salat & Co. wachsen zu lassen.

Man braucht dazu:

Leere Tetra-Packs
Schere/ Taschenmesser
evtl. Seitenschneider, um das Metall in Plastikwäscheleinen zu durchtrennen
ausgediente Wäscheleine oder sonstige starke Stricke
ein paar Steinchen als Drainage
etwas Erde

Und so bin ich vorgegangen:

Das brauchen Sie dazu


In die Tetra-Packs kleine Löcher stechen, so daß die Leine durchgefädelt werden kann. 
Die Wäscheleine durch diese Löcher fädeln


Den Verschluß kann man gleich als Loch für die Leine nutzen, man kann aber auch den Verschluß zumachen und daneben ein Loch stechen, dann kann die Erde nicht so leicht heraus fallen


So sehen die aufgefädelten Tetra-Packs aus 


An der Balkonbrüstung aufhängen und oben fest verschnüren


In die Behälter einige Steinchen als Drainage hineingeben


Erde drauf und schon kann man pflanzen


Sicher kann ich damit keinen Schönheitswettbewerb gewinnen. Das ist für mich auch nicht entscheidend. Wichtig ist, daß ich Ressourcen ausnutze und etwas raus bekomme, was entweder zur gesunden Ernährung dient oder was mein Auge erfreut. 

Man könnte die Verpackungen auch noch farblich anstreichen. Es war ein Versuch und der ist sicher noch ausbaufähig aber zur Not, wenn man keinen Garten hat, ist es sicherlich hilfreich, um die Balkonfläche bestmöglich auszunutzen.

Viel Erfolg beim Ausprobieren!


Nachtrag vom 01.08.2014:

Ich habe mich erst spät dazu entschieden, in die hängenden Gärten auch etwas zu säen, weil ich ja einen Garten habe. Und so sieht es nun auf unserem Balkon aus: Rukolapflänzchen, die in Tetra-Packs wachsen.

Montag, 23. Juni 2014

Pfefferminzsirup mit Zitrone, Limetten und Ingwer

Da in unserem Garten die Pfefferminze regelrecht gewuchert ist, und das macht sie jedes Jahr, war es wieder mal an der Zeit, Pfefferminze zu verarbeiten. Als Teezutat trocknen, das kann ich auch noch machen, wenn es die letzten Reste Pfefferminze gibt, denn momentan habe ich noch getrocknete Minze. Im Frost hatte ich noch Zitronenschalen, die ich ja das ganze Jahr über sammle, wenn ich Zitrone für meinen Frühstückskräutertee auspresse. Ingwer war auch noch da, denn auch der darf für meinen Tee nicht fehlen. Und so war es an der Zeit, mal wieder eine neue Sirupvariante auszuprobieren. Und weil es etwas Neues sein sollte, habe ich mal Limetten gekauft, weil ich eigentlich gar nicht so richtig wußte, wie die schmecken. Ich hatte sie noch nie gebraucht und deshalb auch nie gekauft. Jetzt war es an der Zeit. Und weil ich ganz zuversichtlich war, daß das was Gutes wird, hab ich mal wieder den Sirup in Größenordnungen einer Jahresproduktion angesetzt.

Hier sind die Zutaten:

10 Liter Wasser
9 Kilo Zucker
Schalen von 4 Bio-Zitronen (gewaschen)
8 Limetten (gewaschen)
250 g Zitronensäure
ca. 100 Gramm gewaschenen Bio-Ingwer (wer es in Richtung Ginger Ale möchte, kann auch mehr nehmen)
ca. 100 Stängel Pfefferminze - die Blätter davon (pro Stängel ca. 20 cm Länge), wer es sehr minzig mag, sollte bis zur doppelten Menge mehr nehmen

Und so hab ich es zubereitet:

Das Wasser jeweils zur Hälfte in zwei große 10 Liter-Töpfe aufteilen. Auch den Zucker und die Zitronensäure, den in Scheiben geschnittenen Ingwer (mit Schale), die Zitronenschalen und die in Scheiben geschnittenen Limetten je zur Hälfte in das Wasser der beiden Töpfe geben, unter Rühren zum Kochen bringen, damit sich der Zucker und die Zitronensäure auflösen und die Zitronenschalen und die Limetten auskochen können.
Während sich der Sud erwärmt, die Pfefferminze waschen, abtropfen lassen, dann die Blättchen von den Stängeln von oben nach unten abstreifen oder ganz einfach die ganzen Stängel in kleinere Stücke schneiden.
Den Sud ca. 5 min. köcheln lassen (Herdplatte kann da schon abgeschalten werden), dann die Pfefferminze zugeben und den Sud abkühlen lassen, ca. 12 Std. abgedeckt in einem kühlen Raum ziehen lassen.
Mit einer Schöpfkelle die Zitronenstückchen, die Limettenscheiben, den Ingwer und die Pfefferminze weitestgehend aus dem Sud herausfischen, dann den Sud durch ein sehr feinmaschiges Sieb filtern (man kann auch ein Geschirrtuch in das Sieb legen).

Den Sirup nochmals aufkochen und in heiße, saubere Flaschen füllen (nicht mit Spülmittel arbeiten). Damit die Flaschen beim Einfüllen nicht platzen, immer unter der Flasche ein warm-feuchtes Tuch legen.
Gummistopfen über den Flaschenhals stülpen und auf Holzbrettchen oder dem Herdrost auskühlen lassen.
Etikett mit dem Namen des Sirups und dem Datum versehen und fertig ist ein leicht herb- und zitroniger Sirup mit einer schönen Pfefferminznote.
Genau richtig für heiße Sommertage.

Dieser Sirup schmeckt auch ganz lecker als Zitronensirup, wenn man keine Minze hat oder gerne Zitronenlimonade trinkt. Man kann sich mit der Sirup-Produktion die ganze Flaschenschlepperei ersparen und zusätzlich ist es auch spottbillig, sich auf diesem Wege die eigenen Getränke zu bereiten.

Ich habe aus dieser Menge etwas mehr als 14 Liter Sirup gewonnen, da kommt man eine ganze Weile hin und kann sich das Geld für Supermarktlimonade sparen. Und: Man weiß, was drin ist!


Damit ich mir den Kleber für die Etiketten sparen kann, habe ich diesmal Mehlkleister genommen, denn in den Mengen, wie ich für uns alles selber zubereite, braucht man sehr viele Klebestifte. Somit gehört mit Hinblick auf meinem Konsumboykott der Klebestift auf den Prüfstand der Alternativsuche. Die Alternative Mehlkleister entsprang meiner Erinnerung an die Kindergartenzeit. Dort haben wir zum Basteln generell mit Mehlkleister gearbeitet. Keine Chemie, schnell zubereitet und man kann auch mal den Finger ablecken.
Einfach einen Teelöffel Mehl in eine kleine Schüssel geben, mit einer kleinen Menge Wasser zu einem dicken Brei verrühren, bis keine Klümpchen mehr drin sind. Es muß eine dickflüssige Masse sein. Mit diesem Kleister dann die Etiketten an den Rändern einreiben und auf der Flasche festdrücken. Das Einreiben des Kleisters kann man mit einem feinen Pinsel machen oder auch ganz einfach mit dem Finger.
Achtung: Das funktioniert nur auf Flaschen, wo noch ein altes Papieretikett drauf ist. Bei Flaschen, wo das bisherige Etikett schon abgewaschen ist, hält es nicht und fällt nach dem Trocknen ab.
Wenn noch etwas Kleister übrig ist, ein paar Krümel Salz dazugeben und einfach aufessen...




Samstag, 21. Juni 2014

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Haben Sie ihn entdeckt?




Konfitüre aus Roten Johannisbeeren

Sie sind sauer und wie ich hier schon zu einem anderen Thema geschrieben habe, sauer macht lustig. Doch im Gegensatz zu Sauerampfer ist die Konfitüre aus roten Johannisbeeren eine Delikatesse auf dem Frühstücksbrötchen und rote Johannisbeeren sind äußerst gesund.

Nach dem Hagelsturm, der hier am 23. Mai 2014 niederging, konnte ich gerade mal so viel rote Johannisbeeren ernten, daß ganze zwei Gläser Konfitüre draus wurden. Ich hätte heulen können.

Aber nach dem alten Spruch: "Und immer, wenn Du denkst, es geht nichts mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her", riefen meine lieben Schwiegereltern an und fragten, ob wir einige Beeren pflücken möchten, sie hätten noch so viele und brauchen gar nicht alles. Na, da haben wir natürlich nicht lange überlegt und freudig zugesagt. Es wurde ein lustiger Tag im Garten und dabei heraus kamen fast zwei Wassereimer voll rote Johannisbeeren. Die wollten vertan werden. Und da ich in diesem Jahr schon reichlich Sirup gemacht hatte aber auf Grund der vom Hagel vernichteten Früchte kaum genug Marmelade machen konnte, hab ich beschlossen, aus all den Johannisbeeren Konfitüre zu machen.

Doch vor der Gaumenfreude kommt der Fleiß. Die Beeren wollten alle erstmal abgestriffelt werden, damit kein Grünzeug mehr dran ist. Da haben wir schon einige Stunden damit zugebracht, mit einer Gabel die Beeren von den Stängeln zu entfernen. In meiner großen Tonne, wo ich immer den Sirup und manchmal auch die großen Mengen an Marmelade ansetze, wurden die Beeren dann noch gewaschen, in einem großen Sieb konnten sie schön abtropfen. Die Menge noch wiegen, damit ich den benötigten Gelierzucker und die Zitronensäure ausrechnen konnte. Es waren 7 Kilo Beeren, also brauchte ich 3,5 Kilo Gelierzucker 2:1 und 100 Gramm Zitronensäure.

Die Beeren habe ich in der Tonne zerstampft mit dem Kartoffelstampfer, den Gelierzucker und die Zitronensäure dazugegeben und kräftig gerührt. Das habe ich gleich im Bad gemacht, damit ich in der Wohnung nicht so viele rote Beerenflecken bekomme. Die Badfliesen nehmen ein paar Spritzer nicht übel und ich konnte sie nach der Aktion gut abwischen. Die abwaschbare Tischdecke hat es nicht so einfach hingenommen, da sind heute noch Flecken drauf, die nur sehr schwer abgehen.

Manche machen ja wegen der Kerne lieber Gelee aus den Beeren. Ich habe das auch mal gemacht, schmeckt auch ganz gut. Es ist jedoch kein Vergleich zu einer Konfitüre, wo auch die Kerne mit drin bleiben. Geschmacklich schlägt es den Gelee um Längen, die Konfitüre ist viel kräftiger, absolut lecker!

Ich habe den Ansatz mit den Beeren, dem Zucker und der Zitronensäure 12 Stunden ziehen lassen. So löst sich der Zucker besser auf und es zieht auch schön den Saft, damit die Marmelade auch schön saftig wird. Immer mal umgerührt und dann die Masse in großen Töpfen zum Kochen gebracht, 4 Minuten lang sprudelnd kochen lassen, den Schaum abschöpfen und dann in heiß gespülte Gläser füllen. Den Gläserrand mit einem heißen, sauberen Tuch nochmal abwischen, Twist Off-Deckel drauf und auskühlen lassen. Wie immer natürlich alles ohne Spülmittel machen.



Und so habe ich 25 Gläser Johannisbeerkonfitüre gemacht. Jetzt kann ich mich ganz beruhigt zurücklehnen. Der Jahresbedarf ist nach dem Tannengelee, der 4-Frucht-Marmelade und dem Blütengelee aus Löwenzahnblüten gedeckt. Vielleicht noch ein paar Gläser Holundermus, den ich gerne in den Naturyoghurt rühre, man kann da regelrecht süchtig davon werden, und im Herbst, wenn die Tomaten nicht mehr reif werden sollten, gibts dann vielleicht auch wieder meine Konfitüre aus grünen Tomaten mit Orangen und Zitronen.

Lauter gute Sachen und alles selbst gemacht, rein Bio und absolut lecker, nicht aus dem Supermarkt und alles zu Centpreisen hergestellt. Die Arbeit und die Zeit, die man dafür investiert, darf man nicht rechnen. Wenn man zu Hause ist, hat man die Zeit dafür und es ist sehr erfüllend, wenn man wirklich produktiv wird und mit seiner Hände Arbeit etwas schafft, wovon man sich ernähren kann.

Nach dem Motto: Jeder Euro, den ich nicht ausgebe, ist ein Euro, den ich nicht verdienen muß. Für den ich mir nicht den Arbeitsstreß antun muß, wo ich mir nicht über gierige Chefs Gedanken machen muß, denen der Wert ihrer Arbeitskräfte nicht einen einzigen Gedanken wert sind. Wo ich nicht 10 bis 12 Stunden täglich unterwegs sein muß, um mich dem Molloch zu unterwerfen, wo ich von meinem Lohn auch noch die immer weiter steigenden Benzinkosten investieren muß oder im Winter erstmal die Scheiben frei kratzen muß, damit ich auf Arbeit komme, immer die Angst im Nacken, daß diese Fahrten auch mal auf Glatteis gemacht werden müssen und man vielleicht auch noch im Graben oder im Gegenverkehr landet und man dann auch noch die Kosten für Reparaturen, alle paar Jahre für neue Reifen oder sonstiges hat. Das Auto ist, nur um auf Arbeit zu kommen, ein Faß ohne Boden. Das tue ich mir nicht mehr an. Unser Auto steht im Carprot und wir müssen uns um solche Probleme keine Gedanken machen. Natürlich müssen wir jeden Cent dreimal umdrehen, bevor wir ihn ausgeben und wir müssen uns sehr genau überlegen, wofür wir unser bisschen Geld ausgeben aber bisher haben wir überlebt, wir sind immer satt geworden und haben ein Dach über den Kopf, eine Wohnung, die im Winter warm ist, weil ich selbst Holz suche und säge, wo ich in die Zapfen gehe, um sie zu sammeln und immer darüber nachdenke, welche Alternativen es gibt, um Geld zu sparen.

Es mag vielleicht Leute geben, die der Meinung sind, daß wir arm sind.

Ich sage: Wir sind reich. Wir führen ein glückliches und erfülltes Leben, wir essen natürliche Lebensmittel, die uns ein gesundes Leben ermöglichen. Wir sind zufrieden, mit dem, was wir haben.
Und: Wir haben uns.
Das ist weit mehr, als so Mancher von sich behaupten kann, weil er einem Leben nachläuft, was ihn nicht glücklich macht und seinen Tribut zollt, was die Familie und die Gesundheit zerstört.

Denken Sie darüber nach, was im Leben wirklich wichtig ist! Ich bin aus diesem falschem Leben ausgestiegen und ich habe es noch nie bereut.



Freitag, 20. Juni 2014

Eine Plage kommt selten allein

Ich hatte ja hier schon aufgezählt, welche Plagen uns in diesem Jahr bereits heimgesucht haben. 4 Plagen waren es schon oder sind es immer noch. Die 5. Plage ist nun offensichtlich.

Die Kartoffelkäfer 

Trotz, daß ich mit Argusaugen darüber gewacht habe, ja keinen Kartoffelkäfer zu übersehen, haben sich wohl doch ein oder mehrere Käfer meinem Blick entzogen und still und heimlich oder auch unheimlich und ganz versteckt im Schutz des Gartengrüns Ausschau nach paarungswilligen Partnern gesucht. Und sie waren erfolgreich. Nun sind die Nachzuchten da, sie tummeln sich zu Hauff und fressen, was ihnen zwischen die "Kiemen" kommt. Manche Kartoffelpflanzen sind schon stellenweise ganz kahl gefressen. Und das, obwohl ich jeden Tag durch die Reihen gehe und alles an Jungzucht zwischen meinen Fingern zerquetsche, auch wenn sie noch so klein sind. Ich habe kein Erbarmen, denn sie sind mir zu gefräßig und damit außerhalb meines Toleranzbereiches. 

Was ist nur in diesem Jahr los? Laut der vielen Bauernregeln sollte es ein einträgliches Gartenjahr werden. Alles bestens, so mein Eindruck. Und was ist die Wirklichkeit? Eine Plage nach der Anderen. Dazwischen Hagelsturm und Dauerregen, verfaulte Erdbeeren, dann wieder wochenlang kein Tropfen von oben. Es ist zum Haare ausraufen. Nichts mit einträglich und guter Ernte. Ein einziger Kampf und Krampf. Das macht doch keinen Spaß, wenn man jeden Tag mit dem bangen Gefühl in den Garten geht, was denn heute wieder für eine Plage lauert.

Und wo sind in diesem Jahr die ganzen Vögelchen? In den letzten Jahren hat es von morgens bis abends in unseren Gartenbäumen gezwitschert und geträllert. In diesem Jahr nur aus der Ferne. Ich vermisse die lustigen Spatzen, die ich so mag, sie sind so herrlich frech und munter. Meisen habe ich in diesem Jahr im Garten noch gar keine gesehen. Futter gäbe es genug. Ich muß unbedingt für die nächste Saison Nistkästen aufhängen. Vielleicht kann ich sie ja damit locken und sie vertilgen mir dann die Plagegeister, denen ich kaum Herr werde. Die Vögel hätten doch wahrlich ein gutes Leben bei uns. Keine Chemie weit und breit, niemand, der sie großartig stört oder im Garten lärmt. Haben die es mir übel genommen, daß ich im letzten Jahr die letzten Sonnenblumen nicht stehen gelassen habe und ihnen damit ihre heißgeliebten Kerne gemopst habe? Was weiß ich?!

Ich weiß nur Eins: Das ist nicht mein Jahr! 

Und so sieht sie aus, unsere Plage Nummer 5:





  

Mittwoch, 18. Juni 2014

Sauerampfersuppe - sauer macht lustig

Gestern und heute gab es bei uns zu Mittag Sauerampfersuppe, denn wir hatten uns ja vorgenommen, zukünftig öfters mal eine Suppe zu essen.

Nun ja, es war lustig. Nachdem wir den ersten Löffel von der Suppe gegessen hatten, haben wir uns angesehen und erstmal köstlich gelacht. Sie war seeehr sauer, die Suppe - eben Sauerampfersuppe.

Wir hatten sie noch nie gekocht und wußten also auch nicht, wie sie schmeckt. Es ist wohl bekannt, daß Sauerampfer sauer ist aber Kräuter verändern auch oft ihren Geschmack beim Kochen und somit war der Ausgang des kulinarischen Experiments ein Lotteriespiel. Aber man muß ja alles mal ausprobiert haben und wenn man, wie ich, im Konsumboykott steht, dann hat man Lust auf Experimente und man sucht somit Alternativen zu den kostenpflichtigen Supermarktprodukten. Daß dies ein äußerst kreativer Prozeß ist, wird jeder bestätigen, der diesen Weg in den Ausstieg aus dem System bereits vor uns gegangen ist. Man hat auch dabei nichts zu verlieren. Die Naturprodukte stehen kostenfrei zur Verfügung, man muß sie nur sammeln und etwas daraus machen aber das muß man mit Supermarktprodukten auch, wenn man kein Fastfood-Junkie sein will und Wert auf gesunde Lebensmittel legt. Und bei Lebensmittel spreche ich nicht von magenfüllenden Nahrungsmitteln, der Unterschied ist gravierend.

Wir hatten von unserem Vermieter gehört, daß die Sauerampfersuppe in deren ehemaliger Heimat öfters gekocht wurde und in diversen Kochforen findet man sie ja auch.

Aber mal ganz ehrlich, eine Köstlichkeit ist sie nicht gerade. Man kann es wohl essen und das werden wir auch tun aber oft wird es das nicht bei uns geben. Da ziehe ich mir meine Wildkräutersuppe vor. Wenn jedoch mal alle Stränge reißen und wir nichts mehr zu essen haben sollten, dann kann man sie essen. Satt wird man auf jeden Fall und sehr viele Vitamine und Mineralstoffe, allem voran auch das Eisen, hat der Sauerampfer ja. Wenn ich aber jemandem einen Tipp geben soll, dann empfehle ich einen schönen Wildkräutersalat.  Da kommt ja auch der Sauerampfer mit rein und all die guten und gesunden Eigenschaften kann man damit in Rohkostqualität essen.

Hier ist das Originalrezept: http://www.chefkoch.de/rezepte/1145991220954433/Sauerampfersuppe.html

Sauer macht lustig!






Sonntag, 15. Juni 2014

Ein Sonntag im Garten


Die Stangenbohnen kommen spärlich aber sie kommen


Der Mohn und seine Besucher


Die Zuckerschoten haben sich nach dem Hagelkahlschlag wieder aufgerappelt


Auch der bunte Elfenspiegel erholt sich wieder


Das Franzosenkraut darf wuchern, es soll ja den Blutdruck senken
 Es gehört zu meinen Teekräutern und auch auf die Bunte Schnitte


Die Gartennelken sind in voller Blütenpracht und duften ganz herrlich


Die Gurkenpflanzen setzen im Hochbeet schon Blüten an


Zwischen den Kartoffeln wächst die Kapuzinerkresse


Die Himbeeren werden reif und schmecken köstlich


Eine schöne Kartoffelblüte


Und wo die Kartoffeln sind, ist der Kartoffelkäfer nicht weit


Das Mädchenauge fängt an zu blühen


Und wenn die Natur es will, bekommen wir in diesem Jahr die ersten Marillen


Nachtkerzenblüten sind nicht nur schön, sondern auch sehr gesund


Ringelblumen und Lavendel gehören auch zu meinen Teekräutern


Die erste Tomate ist gewachsen
Und wenn sie im Herbst nicht mehr reif werden, machen Sie doch Konfitüre daraus


Auch die wilde Malve ist ein Teekraut für mich


Habt Ihr ihn entdeckt, unseren kleinen Gartenfreund?
Der Grasfrosch fühlt sich wohl in unserem Garten


Ich wünsche allen einen schönen Sonntag
Gehen Sie doch wieder einmal in die Natur, es gibt viel Schönes zu entdecken



Dienstag, 10. Juni 2014

Erdbeersirup mit Pfefferminze und Zitrone

Die Erdbeerzeit geht langsam dem Ende zu. Sie war ja auch in diesem Jahr nicht lang, denn der Hagel hat keine große Ernte zugelassen. Nun müssen wir aus dem, was wir haben, das Beste machen. Erdbeermarmelade hatte ich im letzten Jahr zur Genüge gemacht. Da sind noch einige Gläser da. Also auf zu neuen Ufern, wie man so schön sagt.

Ich hatte mir für dieses Jahr vorgenommen, Erdbeersirup zu machen. Hatte ich noch nie gemacht, weil ich immer zu wenig Erdbeeren hatte, um auch noch Sirup daraus zu kriegen. Und bei mir müssen ja auch immer gleich Jahresproduktionen gemacht werden, damit sich die Arbeit und das Gematsche auch lohnt.

In diesem Jahr gibt es wenig große Erdbeeren, weil einfach wieder mal das Wasser von oben gefehlt hat. Wir leben eben in einem "Wüstengebiet". Jedes Jahr das Gleiche, immer zu wenig Regen und wenn er mal kommt, dann in Massen und alles will verfaulen.
Ich hab dieses Jahr nach der längeren Regenzeit, die wir vor ein paar Wochen hatten, die Blätter der Erdbeeren gleich abgeschnitten, damit die Sonne wieder ran kann. So hab ich den größten Teil, der sonst noch verfault wäre, doch noch retten können.

Doch was macht man mit Minierdbeeren? "Erdbeerknietsch" - so nennen wir das, wenn man Erdbeeren mit dem Kartoffelstampfer zermatscht und Milch und Zucker zugibt. Es schmeckt einfach göttlich und ich habe das auch zwei Tage lang genossen.

Den Erdbeersirup habe ich jedoch nicht aus dem Blickwinkel verloren, der mußte dieses Jahr sein. Und gestern war es soweit. Und wenn ich gewußt hätte, wie lecker der ist, hätte ich gern noch mehr gemacht aber nun sind die Beeren bald alle. Nur noch ein paar kleine Dingerchen aber genau richtig für Sirup. Da kommt es nicht drauf an, ob sie groß oder klein sind, sie werden eh zerstampft.

Das sind die Zutaten:

500 ml Wasser
500 Gramm Erdbeeren
600 Gramm Zucker (brauner Rohrzucker bringt einen stärkeren Geschmack als weißer Zucker)
Schalen von 2 Bio-Zitronen
20 Gramm Zitronensäure
15 Stengel Pfefferminze (je ca. 20 cm lang), man kann auch Melisse nehmen oder Beides

Und so wird´s gemacht:

Wasser mit Zucker, Zitronensäure und den gewaschenen Zitronenschalen zum Kochen bringen, dabei immer mal umrühren, damit sich der Zucker und die Zitronensäure auflösen und die Zitronenschalen ihr Aroma abgeben können.
In der Zwischenzeit die Erdbeeren säubern, die grünen Teile entfernen, dann die Beeren mit einem Kartoffelstampfer zerstampfen bis keine großen Erdbeerstückchen mehr zu sehen sind, es muß eine breiige Masse sein.
Die Pfefferminzstängel waschen und die Blättchen vom Stengel ziehen. Das geht am Besten, wenn man den Stängel fast am oberen Ende festhält und mit der anderen Hand die Blättchen von oben nach unten abzieht. Das geht ganz einfach.
Wenn das Wasser mit dem Zucker, der Zitronensäure und den Zitronenschalen kocht, abschalten, Topf von der Herdplatte ziehen.
Die Erdbeermasse und die Pfefferminzblättchen zugeben und umrühren.
Diese Masse nun erkalten lassen und ca. 12 Stunden an einem kühlen Ort ziehen lassen, dabei immer mal umrühren.
Dann die Masse durch ein Geschirrtuch abseihen und auspressen. Den so gewonnenen Sirup aufkochen und in saubere, heiß gespülte Flaschen füllen (kein Spülmittel benutzen). Damit die Flaschen beim Einfüllen nicht platzen, diese immer auf einem heißen, feuchten Tuch stellen. Den oberen Flaschenrand nach dem Einfüllen mit einem heißen, sauberen Lappen nochmals entlangfahren, um den Rand zu säubern, falls etwas gekleckert wurde. Dabei wirklich auf peinlichste Sauberkeit achten, sonst gehen die Flaschen wieder auf und die Arbeit war umsonst.
Die Flaschen entweder mit Gummistopfen oder, wie ich es hatte, mit Twist Off Deckel verschließen. Auf einem Holzbrettchen auskühlen lassen. Wenn sie ausgekühlt sind, noch ein Etikett mit dem Namen des Sirup und dem Datum draufkleben, fertig ist ein sehr guter und feiner Erdbeer-Sirup, der durch den Minzgeschmack eine schöne frische Note bekommt. Genau richtig für einen heißen Sommer.

Ich habe aus den Zutaten etwas mehr als 1 Liter Sirup gewonnen. Das ist für meine sonstigen Größenordnungen viel zu wenig, was unseren Jahresbedarf betrifft. Wenn ich wieder mal Erdbeerüberschuß habe, werde ich auf jeden Fall mehr davon machen aber zum Probieren war es die richtige Menge.





Montag, 9. Juni 2014

Die nächste Plage - Ameisen

Dieses Jahr hat es in sich. Und es kommt mir so vor, als ob sich alles gegen mich verschworen hat. Wir hatten ja in diesem Jahr schon die Schneckenplage, und die hält immer noch an obwohl wir Temperaturen um die 30 Grad und null Regen haben.
Dann kam der Hagelsturm mit bis zu 4 Centimeter großen Hagelkörnern, der hier weitestgehend alles zugrunde gerichtet hat. Dann noch die Junikäfer.
Und heute früh kam die nächste Plage auf uns zu.

Ameisen

Nein, nicht die großen roten Waldameisen. Die kommen selten in unseren Garten oder vor das Haus. Die haben damit zu tun, ihre Ameisenhügel  zu bauen. 

Es sind die kleinen Ameisen, die bis zu unserem Balkon hoch krabbeln, weil sie dort immer etwas Fressbares zu finden erhoffen. Es ist ein Nordbalkon, also bis auf die wenigen Wochen um Mittsommer nur morgens und abends mal etwas Sonne. Ansonsten immer Schatten. Und wenn irgend jemand der Meinung ist, daß das wohl nicht so günstig wäre, dem sei gesagt: Es ist zur Zeit, wo die Hitzewelle übers Land zieht, der einzige Ort, wo man es aushalten kann und auf dem Balkon hält man sich eh nur im Sommer auf. Die übrige Zeit dient er überwiegend als erweiterte Küche. Auch der Biomüllbehälter steht da und der ist natürlich der Ameisen Objekt der Begierde. Da kann man alle zwei oder spätestens drei Tage den Biomüll auch in den Garten bringen und im Komposter entsorgen. Die Ameisen finden immer etwas. 

Es ist ja ganz interessant, sie zu beobachten. Sie haben ihre festen Wege und sie kommen und gehen auf diesen Wegen. Wenn sie sich treffen, stupsen sie sich an und es sieht so aus, als ob sie sich küssen. Dient sicherlich der Erkennung. Nach dem Motto: "Wenn Du einer von uns bist, dann erkenne ich dich am Geruch."
Hui, nun stelle man sich vor, es wäre bei den Menschen genauso. Wir würden erstmal jeden, der uns über den Weg läuft, beschnuppern und wenn uns sein Geruch gefällt, ist er einer von uns. Wenn nicht, hat er Pech. Aber wie oft ist es bei den Menschen so, daß man irgendwo in der Bahn oder in irgendeiner Warteschlange vor, hinter oder neben jemandem steht oder sitzt, dessen Geruch man überhaupt nicht ertragen kann. Da kann man jetzt den Schweißgeruch :-((  oder auch ein zu starkes Deo meinen. Vieles ist unangenehm, was für den Anderen das beste Deo der Welt darstellt oder beim Schweißgeruch von demjenigen, der ihn mit sich rumträgt, gar nicht bemerkt wird. Bei letzterem empfehle ich neben etwas mehr Körperpflege, vielleicht selbst gemachtes Duschgel oder mein Zitronenschalen-"Deo".

Den Ameisen ist das alles fremd, sie finden es ganz normal, sich zu beschnuppern. Und mir ist es egal, ob sie sich beschnuppern, ob sie gegenseitig Freund oder Feind sind und ob sie in meinen Biomüllbehälter reinkrabbeln und diesen, ihrer Meinung nach, nach Köstlichkeiten durchstöbern. Solange sie uns in Ruhe lassen ist es mir egal und in der kalten Jahreszeit sind sie sowieso nicht da. Ich krieg sie eh nicht weg, also muß ich mit ihnen leben.

Was ich allerdings heute Morgen sehen mußte, hat meine Toleranzschwelle stark überschritten. 

Wir hatten letzte Nacht die Balkontür auf, weil es so derartig warm war, daß wir erhofften, es kühlt  über Nacht die Wohnung etwas aus. Ich bin die letzten Tage schon 6 Uhr morgens aufgestanden und gleich in den Garten zum Gießen gegangen, nachdem mir die Schnecken, wenn ich abends gegossen habe, über Nacht alles weggefressen haben, was auch nur im Entferntesten als fressbar eingestuft wurde. Es gab nicht Vieles, wovor sie Halt gemacht haben. Nichtmal der bittere Wermut hatte Ruhe vor ihnen und meine Zucchinipflanzen, von denen wir im Sommer wieder die leckeren Zucchini-Taler machen wollen, wurde von ihnen auch nicht verschont. Aber lassen wir das Thema Schnecken, es regt mich nur auf. Jetzt sind die Ameisen dran.

Als ich heute Morgen in die Küche komme, ist rund um die Spüle alles voller Ameisen. Da hatte ich doch gestern Abend noch Erdbeeren mit Milch gemacht. Die Kompottschale in die Spüle gestellt, damit ich sie heute Morgen nach dem Frühstück abspülen kann. Auch eine Kappe von einer aufgebrauchten Sirupflasche lag in der Spüle und wartete auf ihre Reinigung, damit ich sie wiederverwenden kann. 
All das war in den feinen Nasen der Ameisen wohl ein beinahe paradiesischer Duft, dem sie nicht widerstehen konnten. Und so kletterten sie über den Rahmen der Balkontür und schnurstracks an den Türen und Wänden der Küchenmöbel hoch, hier und da mal reingeschaut, ob es irgendwo noch sowas Feines gibt und zurück auf dem Weg um den Anderen gleich mitzuteilen, wo sie hin müssen um ein köstliches Frühstück zu ergattern. 

Und so habe ich zusammen mit meinem Mann erstmal den Ameisen den Kampf angesagt. Jede mußte dran glauben, da gibt es kein Pardon. Und was auch immer angeblich gegen Ameisen helfen und sie vertreiben soll, vergessen Sie es. Da hilft kein Backpulver und kein Garnichts, die gehen ihren Weg, auch über das Backpulver drüber und suchen sich einen kleinen Umweg. Beim nächsten "Kuss" werden die Gleichgesinnten wieder informiert, wo es jetzt lang geht und weiter gehts. Nichts hilft gegen Ameisen, nur der Finger oder die Schuhsohlen, die mal kurz aber kräftig dieser Plage ein gänzliches Ende bereiten. Und um ganz sicher zu gehen, hab ich nach dem Geschirrspülen noch die Küche gewischt. Schön mit einem großen Schwupp Allesreiniger im Spülwasser. Vielleicht hilft es ja, um die Plagegeister los zu werden.

Und das alles am Feiertag, wo man sich eigentlich gemütlich auf die Balkonliege schmeißen will und dem Nichtstun fröhnen will. Schön im Schatten, wo man es aushalten kann. 

Nun, ich werde die Ameisen beobachten und Jede, die es sich auch nur ansatzweise erlaubt, die Türschwelle überwinden zu wollen, muß sich ihres baldigen Endes bewußt sein. Da gibt es keine Gnade. Auch nicht, weil es Feiertag ist. Zu Pfingsten wird ja das Kommen des Heiligen Geistes gefeiert. Na gut, warten wir mal ab, ob er kommt oder auch nicht. Wir warten ja nun schon sehr viele Jahre darauf und immer wieder heißt es: Ein neues Jahr, eine neue Chance, daß er kommt oder auch nicht. Die Ameisen interessiert es wohl herzlich wenig. Und die Menschen???



Samstag, 7. Juni 2014

Hilfe, die Junikäfer sind da

Sie sind wie hypnotisiert von meinen Duftrosen und fressen sich regelrecht durch die Blütenblätter. Nach den Schnecken gibt es also nun die nächste Plage. Die Junikäfer-Plage. Die Bibel spricht von 7 Plagen. Was kommt als Nächstes?




Ich wünsche allen ein schönes Pfingstfest



Mittwoch, 4. Juni 2014

Gartenrundgang in den Juni

Und hier sind wieder einige Fotos aus meinem Garten. Begleiten Sie mich doch zu unserem neuesten Gartenrundgang.


Eine cremefarbene Rose mit rosa in der Rosenmitte - wunderschön anzusehen
Objekt der Begierde von den Junikäfern


Die Erdbeere hat zwar seit dem Hagelsturm keine Blätter mehr aber sie ist erntereif


Die rosafarbenen Gartennelken duften herrlich


Die Jungfern im Grünen blühen in blau


in weiß


und auch in rosa und weinrot


Eine wunderschöne pfirsichfarbene Rose mit ganz zartem Duft


Karthäusernelken lugen um das Himbeergestell


Die Ringelblumen hatten einen schweren Start in diesem Jahr, doch nun sind sie da


Die letzte Pfingstrose für dieses Jahr


Ein wunderschöner Gartengast - Der Bläuling


Das einjährige Berufkraut - eines meiner wichtigsten Teezutaten

 
Eine herrliche Rosenknospe


Und so sieht sie aufgeblüht aus


Bis bald zu unserem nächsten Gartenrundgang



Montag, 2. Juni 2014

Bäume, Schnecken und der nächste Winter

Ja, sie ist immer noch aktuell, die Schneckenplage. Immer und immer wieder kriechen die kleinen Schleimer durch den Garten, über die Wiese, auf den Wegen. Aber kann mir mal jemand sagen, warum Schnecken bis zu einer Höhe von 3 Metern auf Bäume klettern? Es ist unglaublich. Was wollen die da? Sind die irgendwie gestört dieses Jahr? Die fressen alles, was ihnen über den Weg kommt. Da hat nun schon der Hagelsturm ganze Arbeit geleistet und nur wenig übrig gelassen, jetzt fressen die Schnecken die wenigen Erdbeeren, die noch übrig geblieben sind. Es ist ein Jammer aber wir können es ja nicht ändern, auch wenn ich in diesem Jahr schon Tausende Schnecken in den Schneckenhimmel befördert habe. Da müssen wir durch.

Daß ich das Thema Schnecken noch mal aufgreife, hat einen besonderen Grund. Ich habe mal so nachgedacht und Parallelen zu den Bäumen gezogen. Die Natur ist uns ja haushoch überlegen, wenn es darum geht, die Art zu erhalten.

Es ist ja bekannt, daß z. Bsp. die Eichen ganz besonders viele Eicheln produzieren und im Herbst abwerfen, wenn ein starker Winter bevorsteht. Ist es nicht beneidenswert, daß die Eichen schon zur Blüte, und vielleicht noch viel eher, wissen, wie der nächste Winter wird?

Ein weiteres Thema sind die Ameisen. Haben Sie schon mal in diesem Jahr die Ameisen beobachtet? Ich ahne Schlimmes! Der Frühling war gerade mal da, da haben die schon angefangen, Ameisenhügel zu bauen. Inzwischen sind die schon wahnsinnig hoch gebaut. Überall das gleiche Bild, Ameisen in Höchstform beim Bau ihrer Bleibe. Das machen Ameisen nur, wenn es einen starken Winter geben wird. Auch Ameisen wissen also, wie der nächste Winter wird.

Die Eichen wissen, wenn sie viele Eicheln produzieren, daß im nächsten Winter viele ihrer "Nachkommen" nicht überleben werden und produzieren daher ein Vielfaches, um die Art zu erhalten.
Die Ameisen wissen, daß es im nächsten Winter kalt am Hintern werden wird und bauen deshalb ihr Nest besonders dick und hoch.

Wissen vielleicht die Schnecken auch, daß viele Ihrer Nachkommen den nächsten Winter nicht überleben werden und haben deshalb in diesem Jahr so viele Nachkommen produziert? Der Gedanke ist doch naheliegend, oder?

Dann müssten die Schnecken aber so klug gewesen sein, daß sie das schon im letzten Herbst gewußt haben müssen, denn soweit ich das weiß, legen die ihre Eier doch schon im Herbst aus und im Frühjahr schlüpfen die dann. Ich hab mich noch nicht so intensiv mit Schnecken befaßt und weiß auch gar nicht, wieviele Eiablagen die pro Jahr so hinkriegen. Kann sein, daß es mehrere sind. Das ist aber auch egal.

Fakt ist, daß die Natur weiß, wie der nächste Winter wird. Und wenn ich nur das nehme, was ich bis jetzt an den Ameisen und den Schnecken festgestellt habe, dann können wir uns auf einen sehr harten und langen Winter einrichten. Das heißt: Brennholz heranschaffen und sägen, sägen, sägen...

Und das wiederum heißt: laßt uns den Sommer genießen, jammert nicht, wenn es mal heiß ist. Denkt daran, was für ein Winter kommen wird.

Genießt die Mußestunden auf dem Balkon, macht es Euch im Garten auf der Liege bequem, gönnt Euch die kühle und spritzige Weinschorle nach einem harten Tag. Es kommen auch wieder andere Zeiten, wo man zurückdenken kann an die schönen Tage im Frühlung und im Sommer.

Alles hat sein Zeit. Und die Natur zeigt uns, wo es hingeht. Phantastisch, oder?


Nachtrag 27.04.2015:
Trotz der vielen Schnecken im Vorjahr hatten wir keinen harten Winter, so, wie ich das ja vermutet hatte. Fazit: Die Schneckenpopulation ist also kein Zeichen, daß es einen harten Winter geben wird.

Also bis bald
Eure Petra K.