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Mittwoch, 18. Mai 2016

Selbst gemachter Quark

Um Gottes Willen. Das war meine Reaktion, als uns am Pfingstsamstag jemand 20 Liter Rohmilch brachte. Der Jemand meinte es ja gut mit uns und so ganz uneigennützig war diese Gabe auch nicht, denn er war der Meinung, daß er davon ja mal hausgemachten Quark bekommen könnte.
An sich kein Problem, denn ich habe Zeit und für irgendwelche Experimente bin ich immer zu haben. Warum also nicht auch mal Quark selbst machen? Aber mit 20 Liter Milch stieß ich dann doch absolut an unsere Grenzen. Nur zwei große Töpfe im Haushalt vorhanden, kein kühler Keller und auch zu wenig Arbeitsfläche, um sich so richtig austoben zu können. Aber na ja, jetzt war die Milch da, los gings.

Zur Sicherheit hab ich erst mal die Milch erhitzt, war ja schließlich Rohmilch, keine gepanschte weiße Brühe, die man im Supermarkt erhält. Bei der Supermarkt H-Milch ist sicher alles abgetötet, was sich da an Bakterien und auch an sonstigen gesunden Sachen bewegt.

Nein, wir wollten das wie früher machen, wo jeder noch seinen eigenen Quark hergestellt hat. Muß doch irgendwie funktionieren, hab ich mir gesagt. Und es hat funktioniert. Allerdings erst beim zweiten Anlauf. Schon eine Woche zuvor hatten wir mal mit zwei Liter Milch experimentiert, um Quark zu machen. Das Ergebnis war bitter und sauer. Alles andere als guter Quark. Also nochmal das Spiel und weiter experimentieren, jetzt hatten wir ja 20 Liter. Also, den größten Topf rausgeholt, 8 Liter Milch rein, Deckel drauf und ab auf die Fensterbank.

Drei Tage hatte es gedauert, bis sich im Topf so etwas wie Quark gebildet hatte. Und diesmal habe ich nach der Quarkbildung die obere Schicht, die sich im Topf gebildet hatte, abgenommen, denn die war es, die beim ersten Versuch so bitter und sauer schmeckte, die mußte weg. Die restliche Masse aber war köstlich. So guten Quark habe ich seit Jahrzehnten nicht mehr gegessen. Aber schaut selbst, wie er entstanden ist.


 Frische Rohmilch vom Bauern


 In einem Topf oder Plastikbehälter muß die Milch nun sauer werden
Ab auf die Fensterbank, Deckel drauf oder Geschirrtuch drüber und drei Tage warten


Das Geschirrtuch der Hygiene wegen ausgekocht


So sah es nach drei Tagen in der Schüssel aus, nicht wirklich appetitlich, oder?
Die obere Schicht hab ich abgeschöpft, so daß nur noch Quark und Molke übrig blieb


Das ausgekochte Geschirrtuch kam in ein Sieb
Die Quarkmasse mit einer Schöpfkelle in das Tuch,
zugebunden und am Fensterwirbel aufgehangen, damit die restliche Molke ablaufen kann
Das dauerte ca. 2 Stunden, denn wir wollten keinen zu trockenen Quark


So sah die Molke vom ersten Versuch aus
Sie wurde als Starterkultur für den zweiten Quark-Versuch gebraucht, geht aber auch ohne.
Beim ersten Versuch hat es ohne Starterkultur vier Tage gedauert, bis Quark entstand,
mit der Molke hatte es beim zweiten Versuch "nur" drei Tage gedauert,
die Molke sah dann auch viel dünner und gelblicher aus, eben wie richtige Molke und es wurde auch mehr Quark


Für jeden eine Schüssel Quark
Beim ersten Versuch kamen von 2 Liter Milch gerade mal 250 Gramm Quark heraus
Den zweiten Versuch haben wir mit 8 Liter angesetzt,
das lohnt sich schon eher

Mein Mann ist ja bekennender Leinöläquatorianer, sprich er stammt aus der Lausitz und hat das Leinöl schon mit der Muttermilch bekommen. Er liebt den Quark, wenn er mit Salz, Pfeffer und Leinöl gewürzt wird.
Ich bin die Süße und hab mir den selbst gemachten Quark mit einem Eigelb, Vollrohrzucker und etwas Vanillezucker angerührt. 

Es war oberlecker!

Experiment gelungen. Wir werden auf jeden Fall wieder Quark machen. 

Vom finanziellen Aspekt her betrachtet, wage ich zu bezweifeln, daß der selbstgemachte Quark billiger wäre, als der Supermarkt-Quark, weil wir dem Bauern einen entsprechenden Betrag gegeben haben, womit seine Arbeit und seine Investitionen wertgeschätzt werden, wenn er schon bei Abgabe an die Großabnehmer schon lange nicht mehr das Geld bekommt, womit er wenigstens kostendeckend arbeiten könnte. Von Gewinn spricht ein Milchbauer ja schon lange nicht mehr, so groß ist die Ausbeutung der Milchbauern. Der Preiskampf ist unglaublich, ein Sinnbild für unsere Wirtschaft. So mancher Milchbauer hat seine Kühe längst verkauft. Was das bedeutet, wenn es hier mal einen globalen Crash gibt, kann sich wahrscheinlich jeder denken, der die Augen vor der Wahrheit nicht verschließt. 
Und weil wir gerade dabei sind, schaut doch mal, was auf deutschen Feldern noch angebaut wird. Raps, Braugerste, Mais, Sonnenblumen. Was davon ist ein Grundnahrungsmittel, was bei einem Wirtschaftszusammenbruch zur Ernährung der Bevölkerung dienen könnte? Ich darf da gar nicht drüber nachdenken. In der Hoffnung, daß es dann wenigstens noch einen Bauern gibt, der etwas Milch abgeben kann, wissen wir jetzt wenigstens, wie man Quark macht.

Und was haben wir mit der restlichen Milch von den 20 Litern noch so angestellt? Fortsetzung folgt!

Also bis bald
Eure Petra K.
Quark macht stark
Quark alleene macht krumme Beene
(Verfasser unbekannt)

Nachtrag 02.10.2016:
Inzwischen erhitzen wir die Rohmilch für die Quarkherstellung nicht mehr, ist überflüssig, es wird auch so sehr guter Quark. Einfach rein in den Topf, Tuch drüber und 3-4 Tage stehen lassen. Fertig ist der Quark. Erhitzt wird die Rohmilch bei uns nur noch, wenn wir Butter machen.


Kommentare:

  1. Liebe Petra,
    sehr interessant, ich hab vor Frischkäse zu machen, das ist dann etwas einfacher.
    Die Frage nach billiger sollte man sich da ehr nicht stellen, die Frage nach dem Aufwand auch nicht, aber der Geschmack.....
    Frage mich immer was ist in dem billigen Quark drin das er nicht mehr so schmeckt! Hatte auch schon das glück in Tirol frisch gemachten zu essen.
    Liebe Grüße und danke fürs Posten
    Petra

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    1. Frischkäse hab ich auch gemacht. Das wird einer der nächsten Beiträge auf diesem Blog werden. Und ohne etwas vorweg nehmen zu wollen: Es war absolut oberlecker, aber sowas von. Wir haben geschlemmt ohne Ende. Da war kein Vergleich zu gekauftem Frischkäse, an den ich übrigens überhaupt nicht ran kann, aus welchen Gründen auch immer.
      Versuch es ruhig mal.

      LG Petra K.

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  2. Liebe Petra, das hab ich ja wieder was dazu gelernt: nämlich dass Quark sogar aus erhitzter (und abgekühlter) Milch entstehen kann. Ich habe bisher nur Quark aus Rohmilch gemacht, die ich natürlich erst mal zwei tage stehen ließ, damit sie sauer wird. Ich wusste noch gar nicht, dass es auch anders geht.

    Liebe Grüße von elsie

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    1. Liebe elsie, ich hab ja jetzt auch zum ersten Mal Quark selbst gemacht und im Internet hab ich unterschiedliche Informationen gefunden. Die Einen sagen, die Milch muß erhitzt werden. Die Anderen sagen, muß nicht erhitzt werden.
      Ich hab mich dann letztendlich auf die Aussage meiner Mutter verlassen, die zu DDR-Zeiten mal in der LPG gearbeitet hat, im sog. Milchhäuschen. Dort wurde die LPG-Milch und die Milch von sonstigen Bauern gesammelt, gereinigt und für den Abtransport vorbereitet.
      Meine Mutter ist der Meinung, daß Rohmilch immer erhitzt werden muß, weil Kühe oftmals TBC haben und damit eine Ansteckungsgefahr beim Menschen bestünde. Kann ich zwar nicht so recht nachvollziehen, da Kühe doch sicher medizinisch beobachtet und geprüft werden und wenn früher in einem Stall TBC bestand, dann mußten die Tiere geschlachtet werden. Gute Höfe oder Betriebe erhielten dann das Zertifikat TBC-freier Betrieb, oder so ähnlich.
      Also ist meiner Meinung nach das TBC-Risiko ziemlich gering, wenn nicht sogar ausgeschlossen. Aber ich habe trotzdem auf die Mama gehört und die Milch erhitzt, wenn auch nicht gekocht.
      Entscheidend ist das Ergebnis und das war sehr köstlich.

      LG Petra K.

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  3. Liebe Petra
    Ich mache Frischkäse auch immer selbst (meist mit verschiedenen Kräutern ). Aus Rohmilch machen wir im Sommer Dickmilch (einfach 1-2 Tage stehen lassen) und trinken diese Milch zu abgekochten Kartoffeln mit Butter und Salz. So lecker. An Quark habe ich mich bis jetzt noch nie getraut- mal sehen , ganz toller Beitrag.
    Liebe Grüße
    Claudia

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