Sonntag, 7. September 2014

Die Wildgänse sind wieder da

Sie gehören zum Herbst wie die bunten Blätter am Baum. Die Wildgänse, wenn sie aus dem Norden zurückkehren, wo sie den Sommer verbringen. Die Wildgänse haben es doch gut. Wenn es ihnen im Frühling hier zu warm wird, fliegen sie einfach los gen Norden, wo sie nicht so viel schwitzen.

Wildgans müßte man sein....

Heute morgen flogen sie mit Riesengeschnatter über unser Haus hinweg, so, wie sie das jedes Jahr machen. Sie fliegen Richtung Stausee, vielleicht auch ganz woanders hin, das sieht man dann nicht mehr. Bei uns im Ort machen sie es sich abends dann wieder auf den Feldern bequem und übernachten dort.




Oh, wie lustig geht es dort zu, wenn man sie eine Weile beobachtet. Ein Kommen und Gehen, besser gesagt, ein Einschweben und wieder aufsteigen, um noch schnell vor dem Dunkelwerden ein paar Runden zu drehen.
Es erinnert mich immer an kleine Kinder, wenn sie abends nicht rein kommen wollen, weil sie denken, sie verpassen da draußen was. Das treibt mir immer ein Lächeln aufs Gesicht. Schöne Erinnerungen an längst vergangene Zeiten. Die Eltern haben ihre liebe Not, die Kleinen zur Ruhe zu bringen und sind oft genervt, daß die Kleinen nicht so wollen, wie die Großen das gerne hätten, weil sie nach einem anstrengenden Tag auch endlich mal ihre Ruhe haben wollen.

Bei den Wildgänsen ist es nicht viel anders. Die Parallelen sind zu offensichtlich.

Wildgänse sind eben auch nur "Menschen".

Jetzt sind sie wieder da. Ich habe sie vermißt, das gebe ich zu. Herrlich ist ihr Geschnatter, wenn sie morgens aufbrechen zu ihrem Morgenausflug und bis in den Abend hinein durch die Lüfte fliegen und dabei ununterbrochen schnattern. Was die sich wohl so alles zu erzählen haben?

Es gibt aber noch etwas, was mir die Wildgänse sympatisch macht, der Trickfilm: Nils Holgerson und die Reise mit den Wildgänsen. Es ist für mich der schönste Trickfilm. Leider nirgendwo im Netz als ganzer Film zu finden. Und für die DVD hab ich leider kein Geld. Ach, wenn ich doch nur diesen Trickfilm mal irgendwo in ganzer Länge finden würde.
Wenn die Wildgänse über uns drüberweg fliegen, dann summe ich immer den Titelsong vor mich hin und eine kleine Sehnsucht beschleicht mich, mir doch irgendwann mal diesen Film leisten zu können.

Aber mal zurück in die Realität. Wir haben den 7. September. Wenn die Wildgänse jetzt schon zurückkommen, dann heißt das, daß es im Norden schon wieder zu kalt ist und sie sich in Gegenden zurückziehen, wo sie Fressbares finden und/oder ausruhen, bevor sie noch weiter gen Süden ziehen, falls es auch bei uns zuuuu kalt für sie wird. Man, sind die flexibel, beneidenswert.
Wenn es aber jetzt schon im Norden zu kalt ist, dann könnte sich meine Theorie wieder bestätigen, daß wir einen harten Winter bekommen, vielleicht nun auch noch einen zeitigen Wintereinbruch dazu.
Dagegen können wir nun nichts tun aber wir können uns, so gut es geht, darauf einrichten. Noch haben wir etwas Zeit, vielleicht nochmal die Brennholzvorräte zu prüfen, zu schauen, ob genug Zapfen da sind zum Anfeuern. Zu schauen, ob der Garten schon halbwegs fertig ist für die Winterruhe, ob alles gemulcht ist, damit bis zum nächsten Jahr der Mulch in Humus umgewandelt werden kann und und und.

So ist eben das Leben, ein Wandel der Jahreszeiten und wir mittendrin. Manches gefällt uns, Manches eben auch nicht. Die Natur fragt uns nicht, ob es uns gefällt oder nicht und sie hat Recht. Die Natur war vor uns da und wir müssen uns mit ihr arrangieren. Es bringt uns nichts, wenn wir uns über das Eine oder das Andere aufregen, weil es uns grade mal nicht gefällt. Machen wir doch einfach das Beste daraus.

Gestern ist Vergangenheit.
Der Morgen ist ein Geheimnis.
Heute ist ein Geschenk.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen Sonntag. Genießt das schöne Wetter, das zumindest bei uns hier herrscht. Und wenn es vielleicht bald kalt wird, dann gönnt es der Natur, es ist ihre Erholungsphase und die hat sie sich doch verdient, oder?

Eure Petra K.



Freitag, 5. September 2014

Holunderbeerensaft selbst gemacht

Wenn es etwas gibt, worauf ich mich im Herbst so richtig freue, dann sind es die Holunderbeeren. Der Herbst an sich ist ja schon wunderschön. Das Laub wird bunt und mitten hinein scheinen warme Sonnenstrahlen. Man muß keine Hitzewellen mehr befürchten, die einem zum Nichtstun zwingen, man kriegt wieder Luft und kann die Verbundenheit mit der Natur so richtig genießen.

Und ein solches Naturprodukt sind die Holunderbeeren. Gestern habe ich mein gesammeltes Gut verarbeitet und köstlichen Saft daraus gemacht.

Ich liebe diesen Saft schon seit meiner Kindheit. Meine Mutter hat aus den Beeren, die von einem Strauch stammten, der mitten auf dem Hof wuchs, immer Holunderbeersuppe gemacht. Die wurde aus den Beeren gekocht, dann mit Zucker gesüßt und mit angerührtem Vanillepuddingpulver sämig gemacht. Wenn die Suppe auf dem Teller war, gabs noch geröstete Semmelwürfel auf die Suppe und das war für mich das schönste Abendessen, was ich mir vorstellen konnte. Leider kann sich mein Mann nicht so sehr dafür begeistern, ist ihm wahrscheinlich zu süß als Abendessen, er mag es nicht einmal als Kaltschale, wenn im Sommer sich hier eine Hitzewelle nach der anderen übers Land breitmacht.

Weil ich aber ungern auf meine geliebten Holunderbeerprodukte verzichten will, gibt es wenigstens für mich den Holunderbeersaft. Den verdünne ich mir mit Wasser und genieße jeden Schluck davon. Man könnte sagen: Schluck für Schluck ein Stück Kindheitserinnerung.

Ich hatte einen 10-Liter Wassereimer voll Holunderbeerdolden gesammelt. Mit der Brause wurden die Beeren gleich im Bad abgespült. Mit der Schere habe ich die Beeren kurz von den Trauben abgeschnitten, damit nicht soviel Grünzeug dran ist. Ist einfach besser, weil dann mehr Beeren in den Topf reinpassen.
Wer die Beeren nach dem Auskochen noch als Marmelade etc. weiterverwerten will, der sollte sich die Mühe machen, die Beeren ganz ohne Stiele abzupuhlen, macht sich einfach besser, weil man da gleich die fertige Masse verwenden kann. Ich hab das nicht gemacht, weil ich immer die Erfahrung machen mußte, daß Holunderbeermarmelade nicht gelieren will. Habs zweimal probiert und immer ging es schief. Jetzt hab ich keine Lust mehr darauf. Die nicht gelierte Marmelade konnte ich zwar trotzdem noch verwenden und zwar als Fruchtmus für den Joghurt. Ich sage Euch, das ist eine Wucht von Geschmack. Einfach herrlich. Seit ich das mal gemacht habe, hab ich nur noch Naturjoghurt gekauft und dann dieses Mus reingerührt, weil es so phantastisch geschmeckt hat und Naturjoghurt ist ja auch viel billiger zu haben, als Joghurt mit irgendwelchem künstlichen Geschmack. Den Unterschied schmeckt man definitiv. Doch seit ich mich mit gesunder Ernährung intensiv beschäftige, weiß ich natürlich , daß die Milchprodukte aus Kuhmilch nicht besonders förderlich für unsere Gesundheit sind. Und von wegen Milch ist gut für das Kalzium. Vergessen Sie es!
Es gibt viel gesündere Alternativen, um uns mit Kalzium zu versorgen. Ich sage nur: Wildkräuter...

So sah mein Ergebnis der Beerenernte aus:


Zutaten für Holunderbeersaft:
1 Wassereimer voll Holunderbeeren
3 Liter Wasser
1 - 1,2 kg Zucker (je nach Geschmack)
8 Päckchen Vanillezucker
ca. 20 gr Zitronensäure

Zubereitung:
Die sauberen und abgezupften oder abgeschnittenen Beeren in einen großen Topf (8 Liter Fassunsgvermögen) geben, mit 3 Liter Wasser aufgießen. Aufkochen lassen, dann ca. 45 min leicht köcheln lassen. Wenn die Beeren dann schön ausgekocht sind, noch mit dem Kartoffelstampfer die Beeren richtig stampfen, damit auch der letzte großartige Geschmack in den Saft wandert. Die Beeren in ein Sieb geben, damit der Saft ablaufen kann oder in ein altes Geschirrtuch, da kann man dann die Beeren richtig auspressen. Ich hab das allerdings nicht gemacht, denn das Geschirrtuch wird definitiv nie wieder die bisherige Farbe haben. Holunderbeerflecken gehen so gut wie gar nicht wieder aus Stoffen heraus aber zum Färben müßte sich so ein Sud bestens eignen.
Also immer beherzigen: Beim Arbeiten mit Holunderbeeren immer dunkle, alte Sachen anziehen!

Den gewonnenen Saft in einen zweiten großen Topf umfüllen, den Zucker dazu, den Vanillezucker und die Zitronensäure auch mit reingeben. Immer mal umrühren und kosten, bis es geschmacklich passt (das ist das Schönste am Saft machen) und in die vorbereiteten, sauberen Flaschen füllen.
Flaschenränder jeweils nach dem Einfüllen mit einem sauberen, heißen Lappen abwischen, heiß gespülte Gummistopfen drauf und auskühlen lassen. Etikett mit dem Namen und dem Datum versehen, damit man später auch weiß, was drin ist.

Wie immer gilt:
Die Flaschen und Gummistopfen zum Verschließen der Flaschen nicht mit Spülmittel reinigen, nur mit sehr heißem Wasser. Damit die Flaschen beim Einfüllen nicht zerspringen, unter der zu füllenden Flasche ein feuchtes, warmes Tuch legen. Die fertig gefüllten und verschlossenen Flaschen auf Holzbrettchen oder dem Gitterrost des Backofens stellen und bis zum völligen Auskühlen nicht bewegen.

Ich habe aus den Beeren und den Zutaten 4,5 Liter Holunderbeersaft gewonnen. Es wird also nicht für das ganze Jahr reichen, deshalb werde ich wohl noch einmal losgehen und einen weiteren Eimer Holunderbeeren sammeln. Mal sehen, was ich so finde. Der Saft ist definitv zu köstlich, um ihn nur der Natur zu überlassen. Den Vögeln schmecken sie auch sehr gut, deshalb lasse ich auch immer eine Ration für sie übrig. Man kommt sowieso nicht an die Spitzen der Holunderbeersträucher heran. Diese Beeren dort oben bleiben dann für die Vögel übrig.

Und nun freue ich mich auf ein Glas Holunderbeerensaft.

Na dann, Prost!
Eure Petra K.



  

Donnerstag, 4. September 2014

Der Riesensteinpilz

Gestern bin ich losgezogen, um nun endlich mal einige Holunderbeeren zu ernten. Der Regen der letzten Tage war vorüber, alles wieder trocken also gings los. Ich habe da einen Platz, wo ein großer Holunderbeerstrauch schön frei steht. Da sind üblicherweise die ersten und auch die sonnengereiftesten Beeren dran. Üblicherweise...
Gestern komme ich an diesen Strauch heran und es sind bis auf wenige Ausnahmen absolut keine Beeren an den Dolden dran. Die Dolden hingen noch am Strauch aber eben ohne Beeren. Das hatte ich ja noch nie gesehen. Die letzten paar Beeren, die ich noch gefunden habe, waren total ausgedörrt und fielen mir gleich durch die Finge auf den Boden.
Es war eben in diesem Jahr viel zu trocken hier. Wir hatten keinen Schnee und damit im Boden keine Feuchtigkeitsreserve. Selbst im Winter viel zu warm und nicht mal Regen. Der Frühling und der Sommer genau das Gleiche, absolut zu trocken. Wenn wir in diesem Jahr 4 x Regen hatten, wo man von wirklichem Regen sprechen konnte, war es viel. Meist sind die Tropfen auf dem Boden entweder gleich wieder verdampft oder gar nicht erst auf dem Boden ankommen, weil sie schon in der Luft verdampft sind. Die im Wetterbericht angekündigten Regenfälle hielten sich zum Großteil im 3-Tropfen-Rahmen. Keine Wunder, daß die Beeren ausdörren.

Also bin ich weitergezogen und wie ich da so des Weges gehe, sehe ich doch direkt am Wegesrand einen riesigen Pilz.


Es war ein gigantischer Steinpilz. Zwar schon etwas trocken und ehrlich gesagt, habe ich da mehr lebendiges Innenleben vermutet, als was da außen als verhältnismäßig unbeschadet zu sehen war.

Doch so ein Exemplar konnt ich nicht stehen lassen, schon weil ich ihn einfach fotografieren wollte und da ich meinen Fotoapparat nicht dabei hatte, mußte der Pilz mit nach Hause.

Während ich die Holunderbeeren an anderer Stelle ausreichend gefunden habe, mußte der Pilz auf einem Stein warten, bis ich mit Beerenpflücken fertig war. Dann gings ab nach Hause. In der einen Hand einen 10-Liter-Eimer voll Holunderbeeren, in der anderen Hand einen riesen Steinpilz. Die Nachbarin sah mich und konnte gar nicht glauben, daß hier solche Exemplare wachsen. Ich bin bei uns rein gegangen und da wurde der Pilz erstmal fotografiert, der Hutduchmesser gemessen und gewogen. Der Hut hatte 25 cm Durchmesser, der ganze Pilz hat 740 Gramm gewogen. Ich hätte gedacht, er ist noch schwerer und ich habe mich da so gefragt, wieviel wohl Pilze in ganz normalen Größen so wiegen. Ich werde das beim nächsten Mal Pilze suchen checken, denn das interessiert mich doch jetzt mal.

Dann kam der große Moment. Die Freilegung des Innenlebens. Und was soll ich sagen, es waren zwar im Stiel ein paar Fraßgänge, die man leicht ausschaben konnte, der Hut aber war noch recht intakt. Also das, was nicht gut war, rausgeschnitten und den großen Rest geschnipselt.
Ich wußte zwar nicht so recht, was ich damit anstellen sollte, denn wir essen seit 3 Tagen Pilze und irgendwann mag man dann auch nicht mehr oder braucht zumindest ein Pause. Was also mit diesem unvermuteten Fund machen? Der Gefrierschrank ist voll, also konnte ich die Masse nur einkochen. Wir hatten aber noch vom letzten Jahr recht viele Gläser, wo ich die Pilze einfach geschnipselt in die Gläser gebe, ein Teelöffel Himalaya-Salz drüber, mit Wasser aufgießen, Deckel drauf und im großen Topf einkochen.
Also blieben nur unsere süß-sauer eingelegten Pilze. Ich hatte ja noch Gurkensud übrig, den ich eingefrostet hatte für kleinere Mengen saurem Gemüse. Den konnte ich nun vertun, damit würde auch wieder im Frost ein kleines Loch frei. Die Masse an Pilzen grob abgeschätzt, drei leere Gläser geholt, die Pilzschnipsel im Gurkensud kurz aufkochen lassen und vom Herd gezogen. Die Gläser jeweils mit einer halben in Streifen geschnittenen Zwiebel gefüllt, 1 Teelöffel Senfkörner rein, je Glas und je nach Größe des Glases kommen 2-3 Pimentkörner rein, 2-3 Wacholderbeeren, 1 Stückchen Lorbeerblatt und etwas Chilli. Knoblauch, wer mag, ich mag es nicht.

In diese vorbereiteten Gläser kommen dann die kurz aufgekochten Pilze rein, mit dem Sud wird aufgefüllt, Deckel drauf und ab in den großen Topf zum Einkochen. 

Nach diesem Gurkengrundrezept werden bei uns auch die Pilze süß-sauer eingelegt. Da braucht man dann maximal zum Abendessen noch ein Butterbrot, etwas Pilz-Antipasti und fertig ist der Lack.
Das schmeckt gut, ist sehr preiswert und man weiß, was drin ist. 

Ich hab aus dem Riesensteinpilz zwei Gläser Antipasti bekommen. Nicht schlecht, oder?


Das Grundrezept für sauer eingelegte Pilze finden Sie hier: http://www.chefkoch.de/rezepte/1097921215779610/Waldpilze-sauer-eingelegt.html

Guten Appetit
Eure Petra K.




Mittwoch, 3. September 2014

Edelreizker - eine Delikatesse

Heute vormittag waren wir nochmal in den Pilzen, denn für die nächsten Tage wurde wieder Sommerwetter vorausgesagt. Auf längere Zeit wieder kein Regen in Sicht, da haben wir die Chance genutzt, nach den letzten Regentagen, die nun Gott sei Dank endlich mal den Boden durchgewässert haben, noch mal auf Pilzsuche zu gehen. Und wir sind fündig geworden. Genau die richtige Menge, um eine gute Pilzpfanne daraus zu machen. Wir haben Birkenpilze gefunden, Rotkappen, Ziegenlippen, Maronenröhrlinge und Butterpilze. Also eine bunte Mischung für ein gutes Abendessen.

Gestern hatte ich ja viele riesige Parasolpilze (Riesenschirmpilze) gefunden und wir haben daraus köstliche Pilzschnitzel gemacht. Panierte und gebratene Parasolpilzhüte nennt man ja auch "falsche Kalbsschnitzel". Das war wirklich sehr lecker und hat tatsächlich ähnlich wie zartes Fleisch geschmeckt.

Heute haben wir aber, zusätzlich zu den anderen Pilzen, auch wieder eine Delikatesse des Waldes gefunden. Die Edelreizker. Sie wachsen unter den Kiefern und verstecken sich auch gerne etwas. Wir wissen aber nun langsam, wo wir sie suchen müssen und siehe da, wir haben welche gefunden. Nicht die große Menge, aber immerhin...

Wenn man genug Edelreizker findet, so empfiehlt es sich, diese wegen ihres super guten Geschmacks separat von anderen Pilzen zuzubereiten. Ich garantiere Ihnen ein Geschmackserlebnis der besonderen Art. Man hat das Gefühl, als ob man bei gebratenen Edelreizkern auf ganz zartes und saftiges Fleisch beißt. Absolut köstlich!

Da wir nur 3 Exemplare gefunden haben, kommen sie mit zu den anderen Pilzen. Etwas Butter oder je nach Geschmack Öl in die Pfanne, klein geschnittene Zwiebel darin glasig andünsten, wenn man hat oder es mag, auch noch kleine Speckwürfelchen. Die geputzten und klein geschnittenen Pilze dazugeben, mit Salz und Pfeffer würzen, wir mögen auch etwas Kümmel dran. Petersilie oder Schnittlauch rein und fertig ist die Pilzpfanne.

Die Pilze schenkt uns der Wald kostenfrei und jedes Mal, wenn wir mit Pilzen aus dem Wald herausgehen, danken wir ihm, daß er uns satt machen wird. Soviel Zeit muß sein, der Wald hat es verdient. Er schenkt uns Erholung und köstliche Pilze. Was wir nicht kennen oder nicht essen, lassen wir stehen. Es gibt noch andere Esser, die sich auch über die Pilze freuen, die für uns nicht bekömmlich oder sogar giftig sind. Den Tieren scheinen sie nicht zu schaden, also sollen sie ihren Anteil bekommen. Wir freuen uns ja auch über die Tiere des Waldes und da ist es doch nur fair, daß wir auch ihnen etwas übrig lassen.

So sehen die Edelreizker aus:


Man kann sie ganz leicht daran erkennen, daß sie beim Abschneiden an der Schnittstelle "bluten", es kommt also an den Schnittstellen etwas roter Saft aus dem Pilzfleisch. Und da, wo man geschnipselt oder abgekratzt hat, wird das Pilzfleisch nach einer gewissen Zeit blau. Man kann also kaum etwas falsch machen, wenn man weiß, worauf man achten muß.


Guten Appetit und viel Erfolg beim Pilzesuchen!
Eure Petra K.




Dienstag, 2. September 2014

Waldspaziergang

Heute war ich zu meiner Kräutersammeltour mal wieder im Wald. Es war herrlich und im Ergebnis sehr erfolgreich. Seht selbst, was ich alles so vor die Linse bekommen habe.

Die Heide blüht - ein Zeichen, daß es Herbst wird


Ein Ameisenhaufen - sieht nach einem harten Winter aus, denn er ist schon ca. einen Meter hoch


So kräftige und große Vogelmiere findet man hier nur im Wald - zum Reinbeißen...


Gänseblümchenblätter in XXL - soooo gesund


Ein junger Parasolpilz - ein Prachtexemplar


Der Nelkenwurz treibt auch schon wieder junge Triebe - es ist meine Winternahrung


Das kleine Springkraut - ich nehme da immer nur ein paar Blüten


Noch ein Parasolpilz mit ca. 25 cm Hutdurchmesser


Ein Turm aus Parasolpilzhüten - das gibt herrliche Pilzschnitzel heute Abend
Mit Salz und Pfeffer würzen, in Mehl und verquirltem Ei wenden, braten und schmecken lassen...

Frische Luft, saftige Kräuter, Vogelgezwitscher und ein sehr gutes Abendessen
So schön kann ein Waldspaziergang sein


Bis bald
Eure Petra K.



Montag, 1. September 2014

Essbare Wildpflanzen von A bis Z

A
Ahorn
Nahrhafte, junge Blätter und am Stamm kann man die Ahornrinde melken, wie bei der Birke.
Apfelbaum
Bittere, nahrhafte und junge Blätter.
Adlerfarn
Man verwendet die stärkehaltigen Farnwurzeln im Winter, die volkstümlich getrocknet und gemahlen Verwendung finden. Farnwurzeln werden gereinigt, in Scheiben geschnitten und roh oder geröstet gegessen. Auch andere Farnarten sind nutzbar wie Rippen-, Königs-, Schild- und Tümpelfarn. Nicht in größeren Mengen verwenden.
Aster
Die Blüten sind essbar.
B
Barbarakraut
Im Frühjahr werden die jungen Blätter roh verwendet, im Winter als Gemüse.
Bärenklau
Im Frühjahr werden die jungen Blätter geerntet, solange sie noch zusammengefaltet sind und hellgrün glänzen. Im Frühsommer werden die Blattstängel gesammelt und roh verarbeitet. Später, im Sommer, werden die fleischigen Stengel abgeschnitten und vor dem Verzehr geschält, da sie dicht und rau behaart sind. Sie können nach wie vor roh verzehrt werden; die ausgewachsenen Blätter sollten besser gekocht gegessen werden. Die jungen Blütenknospen sind sehr zart und aromatisch im Geschmack. Im Herbst werden dann die Samen genutzt. Bärenklau ist blutdrucksenkend und verdaungsfördernd. Er wird auch Ginseng der Europäer genannt. Verwechslungsgefahr mit den giftigen Doldengewächsen (Schierling, Taumelkälberkopf, Hundspetersilie ) man unterscheidet ihn jedoch von den giftigen Doldenblüter aufgrund deren kleineren, feiner unterteilten bzw. stark gefiederten Blätter. Weiterhin kann man ihn mit dem Riesenbärenklau verwechseln, der sich jedoch aufgrund seiner imposanten Gare bemerkbar macht.
Immergrüne Bärentraube
Früchte.
Bärlauch
Junge Blätter, Blüten und Wurzel. Bärlauch ist in seiner anregenden, harntreibenden Wirkung dem Knoblauch sehr ähnlich. Er regt Magensäften an und hemmt Fäulnis – sowie Gärungsbakterien. Ein gemeinsames Merkmal aller Lauchgewächse ist ihr Gehalt an ätherischem, schwefelhaltigem Öl, dem eine anregenden, entgiftende und blutreinigende Wirkung nachkommt. Bärlauch hilft bei Blähungen, Durchfall, Stoffwechselstörung und Appetitlosigkeit. Bärlauch wird unwirksam bei Trocknen. Die kleinen länglichen Zwiebeln des Bärlauch können wie Knoblauch verwendet werden und werden im Herbst ausgegraben. Bärlauch kann man leicht mit der Herbstzeitlosen und dem Maiglöckchen verwechseln. Bärlauch hat aber im Gegensatz zum Maiglöckchen andere Blätter. Bei Bärlauch ist die Blattunterseite matt und das gesamte Blatt weich. Beim Maiglöckchen ist die Blattunterseite grün – glänzend und die Blätter fühlen sich fester an. Die Maiglöckchen – Blätter haben meist zu zweit einen gemeinsamen, runden Stengel, während das Bärlauchblatt einzeln grundständig an einem Stiel entspringt. Die Blätter der Herbstzeitlose laufen auf einen Stengel zusammen und sind somit im Gegensatz zum Bärlauch stiellos.

Das Saison-Kraut schmeckt am besten frisch zubereitet. 2-3 Tage (deutlich länger mit einem >>AHSG) kann man die druckempfindlichen Blätter aber auch im Kühlschrank lagern. Dazu den gewaschenen Bärlauch mit ein paar Tropfen Wasser in eine Plastiktüte legen. Die Tüte aufpusten,[nbsp] verschließen und ab ins Gemüsefach. Gefroren bleibt das Gewürzkraut länger haltbar. Einfach fein hacken, in Tiefkühlbeuteln portionieren und im Gefrierfach lagern. Leider verlieren die Blätter dadurch etwas an Aroma. Gut haltbar und unkompliziert sind Bärlauchpesto und Bärlauchbutter. Das Pesto einfach tiefkühlen oder in ein Einweckglas geben und mit einer Schicht Olivenöl bedecken. Reste der Butter lassen sich ebenfalls ohne Probleme einfrieren. Die meisten Inhalts- und Geschmackstoffe verliert das Kraut beim Trocknen. Verzichten Sie lieber auf diese Form des Haltbarmachens.
Verwendung in der Küche: Das beliebte Gewürzkraut ist vielfältig und begeistert auch herzhaft zubereitet als Bärlauchfrikadelle.[nbsp] Egal wofür Sie sich entscheiden, sowohl die zarten grünen Blätter als auch die kleine weiße Zwiebel finden in der Küche Verwendung. Die Zwiebel wird wie frischer Knoblauch eingesetzt. Die harten Stiele der Bärlauchblätter können zum Kochen entweder ganz entfernt oder sehr fein gehackt werden. Waschen Sie selbst gesammelte Blätter unbedingt vor der weiteren Verarbeitung.
Beifuß
Das Kraut wird hauptsächliche als Gewürz genutzt und enthält das ätherische Öl Cineol. Beifuss wirkt verdauungsfördernd, magenstärkend und hilft bei Blähungen. Man erntet die oberen Triebspitzen im Blütenknospenstadium.
Beinwell (Comfrey)
Die Sprossen kann man im Frühjahr, die jungen Blätter fast den ganzen Sommer durch ernten und roh oder wie Spinat gekocht essen. Die Zubereitung der Wurzel ist gleich wie bei der Kartoffel. Beinwell ist sehr proteinreich und in ihrem Nährwert mit tierischem Eiweiss vergleichbar. Beinwell enthält in den essbaren Blüten das für Vegetarier so wertvolle Vitamin B12. Des Weiteren enthält das Kraut wertvolle Pflanzenschleime, Gerbstoffe und Allantoin. Die enthaltenden Schleim- und Gerbstoffe machen Beinwell zu einem Heilmittel bei Magen- und Darmerkrankungen. Man kann Beinwellwurzeln auch pulverisieren und das Pulver formen zu Plättchen. Sie werden hart wie Holz und schon haben wir Kekse. Bevor sie hart werden kann man auch Beeren oder Öl dazu geben. Wer Lust auf Süßes hat, saugt die Blüten aus. Bei Verrenkungen, Zerringen, Prellungen und Knochenhaut – bzw. Sehnenscheidentzündung lindert Beinwell aus Umschlag. Verwechslungsgefahr mit dem Fingerhut, doch sind deren Blätter nicht so rau, sondern flaumig beharrt. Nicht in größeren Mengen verwenden.
Berberitze

Frostgereifte Früchte und Blätter.
Bibernelle
Junge Blätter, Stengel und Samen finden Verwendung. Bibernelle wirkt magenstärkend und hilft bei Entzündungen der oberen Atemwege.
Birke
Den Birkensaft gewinnt man durch Anzapfen der Stämme, am besten im Frühjahr. Eine Birke produziert etwa einen Becher Saft pro Tag: Rinde tief und senkrecht einschneiden, Becher darunter hängen. Nach Anzapfen der Bäume, immer die Wunde mit einem geschälten Ast schliessen. Das Anzapfen kann man jede zwei Jahre wiederholen, ohne das der Baum zu Schaden kommt. Das Birkewasser nie in einem Metallgefäss auffangen, der Saft sollte schnell verbraucht werden. Man kann im Frühjahr die Zweige kappen, um den Birkensaft fliessen zu lassen. Dieser Blutungssaft enthält im Frühjahr bis 2 % Traubenzucker sowie wertvolle Mineralien. Die hellgelbe Innenrinde, das sogenannte Kambium, schmeckt in Streifen geschnitten und gekocht, ähnlich wie Spagetti. Die innere Rindenstücke in einem Topf kochen bis die halbe Wassermenge verdampft ist und ein Brei entsteht. Kambium nutzt man am besten wenn im Frühjahr die Säfte in die Bäume steigen. Die Rinde von Bäumen nie rundherum ganz abschälen, da sonst der Nährstofftransport über das Kambium abgeschnitten ist und somit der Baum stirbt.

In Island verwendet man die getrockneten und zermahlenen Blätter der Birken zum Würzen als Salzersatz. Dieses Salz ist besonders bekömmlich, da es im Vergleich mit herkömmlichem Salz 60 % weniger Natriumchlorid enthält. Man kann des weiteren als Salzersatz die Blätter der Linden, Ulme, Ahorn, Pappel und Buche verwenden. Eine Delikatesse sind die jungen, nahrhaften Blätter roh. Aus den Birkenblättern wird ein harntreibender Tee zubereitet, der auch bei Nierensteinen hilft. Bei Birken sind oft Pilze in der Nähe, die eine einzigartige Symbiose der Natur widerspiegeln. Birke beinhaltet Saponine, ätherische Öle, Gerbstoffe, Harze, in der Rinde ein methylsalizylathaltiges Öl und Betulinsäure. Birke wirkt wassertreibend und unterstützt den Heilungsprozess bei Rheuma.)
Birnenbaum
Knospen
Gewöhnliches Bitterkraut
Das junge Kraut wird als Kochgemüse genutzt, es empfiehlt sich jedoch den Sud wegzuschütten.
Wiesen-Bocksbart (Blüten, die jungen Sprossen, die zuckerhaltigen Blätter und die inulinhaltigen Wurzeln, die wie Schwarzwurzeln zubereitet werden)
Bockshornklee
Die Blüten können ähnlich wie die beim Beinwell oder bei der Taubnessel ausgesaugt werden.
Borretsch
Blüten. Borretsch enthält entzündungshemmende Gerbstoffe, ihre Wirkung nutzt man bei Hautkrankheiten. Boretschtee wirkt blutreinigend und harntreibend, die Schleimstoffe lindern Husten und Bronchitis.
Braunelle
Junge Triebe, Blütentriebe und Blätter werden genutzt. Die Braunelle enthält Gerb- und Bitterstoffe, Fette, Harze und Öle, die sie als Heilpflanze bei Entzündungen im Mund und Rachenraum sowie zur Munddesinfektion prädestinieren. Der Tee aus den Blütenköpfchen wirkt nervenstärkend.
Brennessel
Die Samen schmecken wie Mandeln. Das Kraut am besten mit einem Handschutz pflücken und die feinen Härchen wegnehmen oder abbrühen. So kann man die Brennessel nicht nur als Spinat, sondern auch als Salatkost genießen. Brennesselblätter enthalten fast doppelt soviel Proteine wie die Sojabohne und in reichem Mass Spurenelemente, Vitamin A sowie wichtige Enzyme und Kieselsäure. Die Brennessel wirkt entgiftend und blutreinigend, aber auch harntreibend. Brennesselblätter lassen sich gut trocknen und bereichern als Pulver auch während des Winters unser Essen mit wichtigen Mineralstoffen.
Brombeere
Die Blätter können im Winter genutzt werden, die Früchte beinhalten viel Vitamin C und helfen gegen Heiserkeit. Als Gurgelmittel bei Bronchitis und Halsentzündungen. Der Blättertee hilft des Weiteren bei Grippe, Durchfall und Darmkatarrh. Bei Hautentzündungen hilft Brombeerblättertee als Umschlag.
Buche
Buchecker, am besten vorher die dünne Haut entfernen, junge Blätter und Rindenzubereitung siehe Birke. Bei den Bucheckern vor dem Verzehr die grüne Schale entfernen, die Buchecker enthalten Oxalsäure und Blausäure, deshalb nicht zu viele essen. Werden sie geröstet, entweicht die Säure und man kann grossen Mengen essen. Die Bucheckern können geschält, gemahlen und der Brei gepresst in eine Gaze gefüllt werden. Das so gewonnene Öl ist sehr schmackhaft, lange haltbar und enthält viel Eiweiss – 1 Kilo Bucheckern ergibt einen halben Liter.
D
Disteln
Disteln besitzen mehr Eiweiß als Soja und haben einen hohen Kalorienwert. Die Blätter von ihnen sind sehr gut nutzbar, die dicken und saftigen Wurzeln können gekocht gegessen werden und die nahrhaften Fruchtknoten schmecken nussähnlich.
Folgende Distelarten und Teile sind für die Wildküche sehr zu empfehlen:
  • Eseldistel (Wurzel, Blätter und die jungen Sprösslinge als Gemüse. Blütenköpfchen wird zubereitet und gegessen wie die Artischocke. Früher presste man aus den Früchten Öl. Die Wurzeln sind inulinhaltig.)
  • Golddistel (Blätter, Früchte und bekanntes Wurzelgemüse)
  • Nickende Distel (Blütenköpfchen wie Artischocke und die geschälten Stengelteile als Gemüse. Die Nickende Distel ist eine einjährige Pflanze.)
  • Kratzdistel (Die jungen Sprosse und die noch nicht aufgeblühten Köpfchen werden als Gemüse zubereitet. Bei der Alpenkratzdistel ist die Zubereitung als Wurzelgemüse volkstümlich bekannt. Kratzdistelarten sind meist einjährig.)
  • Kohldistel (Blütenköpfchen wie Artischocke und junge Blätter)
Dost (Oregano)
Schmackhafte Blätter, Blüten und Stengel. Dost enthält ätherische Öle, Harze und Gerbstoffe. Er wirkt schweiß- und harntreibend, magenwirksam und krampflösend. Dost hilft bei Blähungen und Durchfall, er desinfiziert den Verdauungstrakt. 
E
Elsbeere
Die Früchte beinhalten viel Vitamin C.
Eiche
Reife, frische und sehr bitterschmeckende Eicheln ohne Schale und Rindenzubereitung siehe Birke. Die Eiche hilft bei chronischen Durchfällen, Infektionen im Rachenraum und bei zu starker Menstruation. Die Rinde beinhaltet Eichengerbsäure, Pektin, Stärke, Elagsäure und die Eicheln zusätzlich Zitronensäure und fettes Öl. Gerbstoffe wirken entzündungshemmend und zusammenziehend. Die eingeritzten Eicheln können auch gekocht, unter mehrmaligem Wasserwechsel, gegessen werden. Eicheln kann man auch rösten. Gemahlen werden Eicheln als Kaffee-Ersatz verwendet. Mit feingemahlenen Eicheln als Mehlersatz lässt sich Brot backen. Eine bekannte, altertümliche Variante der Eichelnnutzung: Reife, frische Eicheln mit Wasser übergießen und 24 Stunde in Ruhe lassen. Diese Variante so oft wiederholen, bis das Schmutzwasser sich nicht mehr verfärbt. Anschliessend die Eicheln trocknen und die äusseren Schalen der Eicheln entfernen. Danach trocknet man die klein geschnittenen Eicheln nochmals gut, zermahlt sie und gebraucht sie als Mehlersatz. Eicheln eignen sich prima zum trocknen.
Esche
Eschensamen sind schmackhaft. Die noch jungen Früchte der Esche eignen sich gut als Gemüse. Dazu kochen sie die Früchte ab und lassen Sie hinterher einige Stunden in einer Kräutermarinade ziehen. Das Kochwasser sollte nicht verwendet werden.
(Wald-) Erdbeere
Früchte und Erdbeerblätter, die einen hohen Gerbstoffgehalt besitzen. Die reifen Früchte enthalten wertvolle Mineralstoffe, Fruchtsäuren und lösliche Kohlenhydrate, vor allem aber reichlich Vitamin C. Frische Früchte haben sehr viel Zucker, bis zu 10 % des Eigengewichtes. Der Tee aus Blätter helfen bei Durchfall, bei Wassersucht, wirkt beruhigend und harntreibend.
Eibe
Fruchtfleisch, doch Vorsicht der Kern ist giftig.
Eibisch
Die Wurzeln sind sehr kohlenhydratreich und haben einen angenehmen, süsslichen Geschmack, in England bereitet man eine Süssspeise aus den Wurzeln. Eibischblätter und -wurzeltee haben eine schleimlösende Wirkung und sind sehr zu empfehlen bei Husten. Die Blüten sind sehr schmackhaft.
Wilde Engelwurz
Junge, nachwachsende Triebe und Blätter, Samen und die Wurzel. Auch die Blüten können verwendet werden. Die Wurzeln sollte man erfahrungsgemäss nach dem Waschen längs spalten, zerkleinern und dann am besten bei ca. 40 Grad trocknen. Auch der Echte Engelwurz ist gleich verwendbar. Man unterscheidet ihn von den giftigen Doldenblüter aufgrund deren kleineren, feiner unterteilten bzw. stark gefiederten Blätter. Die Inhaltstoffe von Wurzeln und Blättern sind ein ätherisches Öl, Bitter – und Gerbstoffe sowie Angelika – und Baldriansäure, diese wirken verdauungsfördernd und entwässernd. Nicht in grössren Mengen verwenden.)
Bachbungen – Ehrenpreis (Nach gründlichem Waschen werden die jungen Stengel, Triebe und Blätter genutzt. Blutreinigende und harntreibende Wirkung.
F
Feldsalat
Die jungen Blätter roh oder als Gemüse. Feldsalat ist eine einjährige Pflanze.
Fenchel
Auch die jungen Blätter und Stengel können als Gemüse genutzt werden, genauso wie die Früchte, die gerne als Gewürz verwendet werden. In der Ölgewinnung werden die Früchte des Fenchels genutzt, ähnlich wie bei den Oliven oder Distelnköpfchen. Fenchel wirkt schleimlösend, antibakteriell, antimykotisch, entblühend, auswurffördernd und krampflösend. Fenchel hilft bei Husten und Blähungen.
Felsenbirne
Früchte – sehr schmackhaft, zwischen Heidelbeere und Birne.
Fetthenne (kleine und große)
Nicht nur im Steingarten dekorativ. Junge Blätter roh oder als Gemüse.
Fichte (Tanne)
Junge Spitzen von Fichtenästen roh in angemessener Menge. Tannenzapfen über dem Feuer rösten und Samen essen. Fichtennadeln können zu jeder Jahreszeit als Tee zubereitet werden. Sie enthalten sehr viel Vitamin C. Aus Fichtentrieben kann man auch einen beliebten Sirup herstellen, indem man die Fichtensprossen aufkocht und anschliessend absiebt. Die Flüssigkeit mit dem Zucker mischen und bis Sirupdicke einkochen. Fichtensprossensaft wirkt schleimlösend und ist ein ausgezeichnetes Hustenheilmittel. Auch das Harz ist sehr schmackhaft, wie eigentlich alle Harze von essbaren Baumarten nutzbar sind.
Gänse-Fingerkraut
Ein sehr schmackhaftes Gemüse lässt sich aus den Blättern zubereiten, wenn man sie in Wasser kocht. Die stärkehaltigen Wurzeln können als Gemüse zubereitet werden. Das Kraut hilft bei Magen-, Darm – und Menstruationsbeschwerden. Mit je 300 – 400 mg Vitamin C in je 100 g übersteigt Gänsefingerkraut sogar die Kiwi.
Kleinblütiges Franzosenkraut
Die jungen Blätter, jungen Triebe und Stengel roh oder als Gemüse. Kleinblütiges Franzosenkraut ist eine einjährige Pflanze.
Frauenmantel
Junge Blätter als Gemüse oder Salat. Frauenmantel gilt als wichtiges Frauentonikum, hilft bei Menstruationsstörungen und bei Darmbeschwerden.
Wiesen-Fuchsschwanz
Junge Blätter als Gemüse und die Samen, die Pflanze ist reich an Magnesium.
G
Gänseblümchen
Blüten und die noch nicht beharrten Blütenknospen sind sehr schmackhaft. Die Blätter sogar zu jeder Jahreszeit, selbst unter Schnee. Das Gänseblümchen enthält Saponine, Bitter- und Schleimstoffe, ätherisches Öl und organische Säuren. Aufgrund dieser Inhaltstoffe wirkt es stoffwechselanregend, blutreinigend und entwässernd. Gänseblümchentee wirkt krampflösend, hustenstillend und leicht abführend. Als Heilmittel bei Hauterkrankungen und Leberleiden wird die Pflanze traditionell angewandt. Des Weiteren hilft der heiße Aufguss aus den Blüten bei Erkältungskrankheiten, Blasenbeschwerden, Nierenbeschwerden, Gicht und Rheumaschmerzen.
Gänsefuß
Blätter und Triebspitzen gekocht wie Spinat, sowie die Samen. Gänsefuss ist eine einjährige Pflanze.
Geißraute
Junge Blätter.
Giersch
Junge Blätter, Sprossen und Blüten sind sehr vitaminreich und besitzen eine entgiftende Wirkung. Die Blattstiele lassen sich zu einem Muss verarbeiten. Verwechslungsgefahr lässt sich durch das erkennen von dem 3 kantigen Stiel und den dreiteiligen oder doppelt – dreiteiligen Blätter der Giersch vermeiden. Gut für Kräutertee und zur Kombuchazubereitung.
Acker-Glockenblume
Die jungen Blätter vor der Blüte und die Wurzel im Herbst bzw. Frühjahr. Auch die anderen Glockenblumenarten kann man auf dieselbe Weise verwenden.
Gundermann, Gundelrebe
Die jungen Blätter und Triebe werden roh oder gekocht zu sich genommen. Gundelrebe enthält viel ätherisches Öl, die Bitterstoffe und Saponine regen die Verdauung an und stärken Herz und Leber. Ein Tee mit den Blättern hilft bei Nierensteinen. Die Pflanze gehört zu den wichtigsten Heilpflanzen nach Stohrl.
Guter Heinrich
Hauptsächlich wie Spinat genutzt und im späten Frühjahr roh die jungen Blättchen. Im Sommer werden die Blätter und die jungen Triebspitzen über Dampf gegart. Die Pflanzen enthalten viel Proteine, Provitamin A, Vitamin B, Vitamin C sowie verschiedene Mineralstoffe. Die nahrhaften Samen wurden früher oft in den Brotteig zugesetzt.
Gräser
Sogar im Winter unter Schnee verzehrbar, doch sollten nur Wildpflanzen gewöhnte Menschen auf diese Alternative zurückgreifen. Besonders zum empfehlen sind Rauchgras und Federgras. Eine wertvolle Sache sind die Samen aller Gräser, die den stressigen Ackerbau in ein komisches Licht rücken lassen. Alle Getreidesorten waren ursprünglich Gräser, die durch Zucht zu größeren Erträgen gebracht wurden. Grassamen sind am Anfang mühsam zu ernten, aber sehr nahrhaft und haltbar. Bei der Gewinnung von Grassamen hilft ein großes Stück Rinde oder ein flacher Korb. Durch runde Auf- und Abbewegungen trennt man die Spreu (Getreidekornhülle) vom Samenkorn, wobei zu bemerken ist, dass in der Schale eigentlich die wertvollen Inhaltsstoffe enthalten sind (z.B. Dinkel bis zu 90 % Kieselsäure). Hat man genug Samenkörner gewonnen, kann man sie mit einem Kiesel auf einem grossen Stein mahlen und sich ein Brot backen oder eine Suppe andicken. Wenn man Körner trocknet und röstet, lassen sie sich leichter zu Mehl zerreiben. Getreide kann man auch wie folgt zubereitet werden : Die getrockneten und einige Stunden eingeweichten Körner darren, indem man sie auf eine Unterlage verteilt und 30 – 60 Minuten lang auf 60- 80 Grad erhitzt. Durch das Darren werden die Körner länger haltbar und leichter verdaulich. Sie sollten aber nicht zu braun werden, da sonst die Keimfähigkeit verloren geht. Mahlen ist die übliche Aufbereitung. Die stärkehaltigen Samen können längere Zeit gelagert werden. Gräsersamen unterliegen keiner Verwechslungsgefahr. Bei der Quecke ist theoretisch eine Verwechslung mit dem Lein – Loch und Taumel – Loch möglich, die Samen beider Arten sind oft von einem giftigen Pilz befallen. Bei der Quecke sind die Hüllspelzen etwa ¾ solang wie die Ähren, beim Taumel – Loch sind die Hüllspelzen viel länger als die Ähren. Lein – Loch ist praktisch ausgestorben.
H
Kriechender Hahnenfuß
Blütenknospen und die jungen Blätter vor der Blüte. Den Hahnahnenfuss nicht in grösseren Mengen essen und vor allem nie verwenden wenn die Blüten zu sehen sind.
Hainsalat
Junge Blätter vor der Blüte. Nicht in grösseren Mengen verwenden.
Haselnuss
Nusskern enthält 60 % Öl, viel Eiweiss und Mineralien.
Acker-Hellerkraut
Blätter und Samen. Ackerhellerkraut ist eine einjährige Pflanze.
Heckenrose (Hunds-Rose)
Hagebutte und die Rosenblütenblätter. Bei Nutzung der Früchte, einen Brei kochen und dabei die Samenkörner entfernen, trocknen lassen sich die Früchte sehr gut. Rosenblüten enthalten beruhigende und hautpflegende ätherische Öle und Wachse. Das Mark der Hagebutten enthalten etwa 20 mal mehr Vitamin C als Zitronen. Darüber hinaus enthalten sie Provitamin A, Mineralsalze, Fruchtsäuren und Zucker. Ein Tee aus den getrockneten Hagebutten wirkt bei Nieren und Blasenleiden, sowie Keuchhusten. Roh oder getrocknet helfen sie bei Würmern.
Heidelbeere (Blaubeere)
Leckere, vitaminreiche Beeren und enthalten Invertzucker, Pektin, Gerbstoffe und wertvolle Säuren. Auch die Blätter der Heidelbeere sind essbar. Der Blättertee hilft bei Blasenerkrankungen, Bronchialkatarrh und Harnstauung. Der Beerentee bei Ruhr, Durchfall und als Spülmittel bei Munderkrankungen. Die getrockneten Beeren helfen gegen Durchfall.
Himbeere
Blätter wirken krampflösend. Die Früchte beinhalten Zitronensäure und andere organische Säuren, Vitamin C und verschiedene lösliche Kohlenhydrate. Tee aus Blättern hilft gegen Durchfall, Darmkatarrh und Fieber. Als Gurgelmittel hilft der Tee bei Bronchitis, Husten, Heiserkeit und Halsentzündung. Die Umschläge mit dem Tee helfen bei Hautentzündungen.
Hirtentäschel
Junge Rosettenblätter und Samen, zum Knabbern eignen sich die kleinen, dreieckigen Früchte. Hirtentäschel ist eine einjährige Pflanzen.
Holunder
Nur im vollreifen Zustand, eher abgekocht als Saft oder Mus und die Blütendolden. Holunderblüten enthalten wie das Aspirin Salicylsäure, diese wirkt schweisstreibend, fiebersenkend und gilt als Wundermittel bei Erkältungen. Neben den Aromastoffen enthält die Holunderblüte auch sehr viel wertvollen, mineralstoffreichen Blütenstaub; daher ist es zu raten die Dolden nicht zu waschen. Die Beeren enthalten in 100 g Frischgewicht rund 9 g Zucker, um 2 g Eiweiss und ca. 7 g Rohfaser, um 18 mg Vitamin C und etwa 700 mg Mineralstoffe. Holunderbeeren werden gesundheitlich sehr geschützt, da sie einen hohen Mineral- und Vitamingehalt besitzen. Verwechslungsgefahr mit dem Zwerg -Holunder, deren Beeren in aufrechten Doldenrispen stehen, widerlich richt, längliche Blätter besitzt und kleiner ist. Der Blütentee hilft bei Katarrh, Schnupfen, Grippe, Zahn – und Ohrenschmerzen. Der Rindenaufguss bei Nieren – und Blasenerkrankung, Harnstauung, Rheuma und Gicht. Der Früchteguss ist ein gutes Abführmittel und ein Blütenreinigungsmittel bei Hautausschlag. Blütendolden sollten rasch getrocknet werden. Die jungen und gewöhnungsbedürftigen Triebe (in Massen verwenden) enthalten viel Methionin, eine wichtige Aminionsäure.
Hopfen
Essbare Blüten, Sprossen, Wurzeln und Früchte. Die essbaren Hopfentriebe enthalten wertvolle Vitamine. Sie werden geschält, aufgeschnitten und weich gekocht. Die Fruchtzapfen enthalten Lupulin. Die darin vorkommenden Bitterstoffe und ätherischen Öle wirken antiseptisch – Vernichtung von Wundinfektionserregern -, appetitanregend und verdauungsfördernd.
I
Isländisches Moos
Flechte ca. 20 Stunden einweichen, Wasser anschliessend wegschütten und erneut in Wasser aufkochen oder ohne Einweichen wird die Flechte zweimal aufgekocht und jedes Mal dabei das Wasser gewechselt. Als Heilmittel wirkt sie antibiotisch , sprich Krankheitserregern entgegenwirkend, gegenüber Pilzen und Bakterien.
J
Johannisbeere
Die Früchte der schwarzen Johannisbeere enthalten viel Zitronensäure.
Johanniskraut
Geerntet werden kann vom Johanniskraut theoretisch alles (Blätter, Stängel und Blüten). Der Erntezeitpunkt beginnt ab dem 24. Juni – wobei um diese Zeit allerdings die Blüte erst beginnt – bis hin in den September hinein. An sonnigen, trockenen Tagen können entweder nur die Blüten vorsichtig abgezupft oder das gesamte Kraut mit Stängel knapp über dem Boden abgeschnitten werden.
Der Tee wirkt stimmungsaufhellend und antidepressiv. Außerdem hat er eine allgemeine stärkende Wirkung; es wird bei geistiger Erschöpfung, Blutarmut und nach schweren Erkrankungen zur Rekonvaleszenz empfohlen. Bei der äußeren Heilbehandlung nicht in der Sonne aufhalten.
K
Kamille
Genutzt werden die geöffneten, voll entwickelten Blütenköpfchen, die sehr schmackhaft sind. Kamille wirkt gegen Entzündungen, krampfstillend, beruhigend und wundheilend. Der Tee ist ideal für Mundspülungen und Magen – Darm Problemen. Er regt die Schweissbildung an, bei fieberhaften Erkrankungen, bei Leber – und Blasenbeschwerden. Als Gurgelmittel bei Entzündungen im Mund und am Zahnfleisch. Umschläge mit heißem Kamilleabsud helfen bei Entzündungen und Wunden. Kamille ist eine einjährige Pflanze.
Kastanie
Edelkastanie: Am einfachsten lassen sich die Kastanien über Feuer rösten, sollten dann aber an der Seite aufgeschlitzt werden damit sie nicht platzen. Kastanien enthalten gut 50 % Stärke. Auch verwendbar als Mehlersatz.
Rosskastanie: Die reifen Kastanien sind sehr stärkereich und wären deshalb tatsächlich ein geeignetes Nahrungsmittel, doch ihr hoher Gerbstoff- und Bitterstoffgehalt lädt nicht gerade zu einer Mahlzeit ein, sie schmecken bitter und wirken zusammenziehend. Die Indianer entbitterten die Früchte auf geschickte Weise. Sie legten dazu die reifen Kastanien in ein mit heissen Steinen gefüllten Erdloch, deckten mit Blätter, heisser Asche und kleinen Ästchen zu. Sie liessen die Früchte meist einen Tag garen und danach wurden sie geschält und klein geschnitten. Nach zerquetschen auf einem grossen Stein, wurden sie in einen engmaschigen Korb gefüllt und in fliessendes Wasser gegeben. Nach eine Wässerung von 4 Tagen wurde der Brei auf Korbtellern gestrichen und an der Sonne getrocknet. Entbitterte und getrocknete Rosskastanien können gemahlen und als Stärkemehl für Gebäck verwendet werden. Man kann die reifen Rosskastanien auch entbittern, indem man sie über Nacht in Wasser einlegt. Am Morgen wird das Wasser abgegossen. In frischem Wasser sind die Rosskastanien nun aufzukochen. Auch dieses Wasser giesst man nochmals ab. Jetzt kann man die Früchte rösten.
Kerbel

  • Nadel-Kerbel – Die jungen Blätter als Gemüse, die Kerbel ist eine alte Heilpflanze. Verwechslungsgefahr mit dem Schierling, sowie anderen giftigen Doldenblütern. Kerbel ist fast unmöglich von dem Schierling unterscheidbar, daher sind die Kerbelarten, neben der Süssdolde, die einzigste Pflanzengruppe auf die in der Wildbahn verzichtet werden sollte, einzig allein die krausblättrigen Typen sind gut zu unterscheiden.
  • Wiesen-Kerbel – Wurzel und Blätter als Gemüse, doch soll man die scharfschmeckende Wurzel nur zwischen Herbst und Frühjahr ernten und in Salzwasser abkochen. Die Samen sind sehr haltbar. Verwechslungsgefahr mit dem Schierling, sowie anderen giftigen Doldenblütern. Kerbel ist fast unmöglich von dem Schierling unterscheidbar, einzig allein die krausblättrigen Typen sind gut zu unterscheiden.
Kiefer
Junge Spitzen von Kieferästen in angemessener Menge. Kieferzapfen über dem Feuer rösten und Samen essen. Rindenzubereitung auch möglich, siehe Birke. Die Kieferrinde ist sehr wertvoll wegen ihrem Vitamin C Gehalt. Selbst Mehl kann man daraus herstellen.
Kirschbaum
Auch die Blätter der Kirschen sind für die Wildküche verwendbar. Der Blättertee wirkt abführend, der Blütentee wirkt gegen Brechreiz und der Tee aus Kirschenstielen bei Nierenleiden.
Klatschmohn
Samen und Blüten, hilft bei Heiserkeit und gilt als Beruhigungsmittel. Auch junge Blätter vor der Blüte kann man nutzen. Klatschmohn ist eine einjährige Pflanze.
Klee
  • Steinklee – Steinklee enthält Cumarin, Glykoside, Flavonide und Harze. Die Blüten und die ganzen oberirdischen Pflanzenteile können zum Verarbeiten genutzt werden. Steinklee ist eine einjährige Pflanze.
  • Wiesen- oder Rotklee – Die jungen, eiweissreichen Blätter als Gemüse und die Blüten. Rotklee-Tee: 4-6 Blütenköpfchen mit 250 ml kochendem Wasser überbrühen und 15 Minuten ziehen lassen. Abseihen. 2-3 Tassen täglich. Als Kur zur Blutreinigung über 4 – 6 Wochen trinken.
  • Waldsauerklee (Junge Blätter roh oder als Gemüse, auch die Blüten sind nutzbar. In Asien wird er benutzt um Fieber zu senken und Schwellungen zu mildern. Nicht in grösseren Mengen verwenden.)
  • Weißklee – Tee volksheilkundlich bei Rheuma und Gicht angewendet wird, er soll genau so zubereitet werden wie beim Rotklee.
Große Klette
An der Klette sind die jungen Blätter, Stiele und die Wurzel verwendbar. Es ist zu empfehlen, die Rinde der Stiele und Wurzel zu entfernen. Die Blätter werden wie Spinat verwendet. Klettengemüse ist für Magen, Leber und Galle besonders schonend. Die Klettenwurzel wird entweder getrocknet oder abgekocht zubereitet . Die Kleine Klette kann gleich verwendet werden. Die Wurzel haben einen hohen Inulingehalt und sind damit vorteilhaft für Diabetiker. Die filzige Klette ist ungenießbar und ist zu unterscheiden an den stark wollig umhüllten Köpfchen. Die Klette ist eine einjährige Pflanze.
Knoblauchsrauke
Blätter, Samen und Blüten. Die Samen werden Anfang Juni gesammelt, indem Sie den Stengel mit den reifen Samenkapseln, Hals über Kopf in ein Papiersäckchen oder in eine Schale schütteln. Medizinisch anerkannt ist die antiseptische und wundheilende Wirkung. Sie eignet sich wie Brennessel, Bärlauch und Gundelrebe als Frühjahrskur, da sie auch blutreinigend und harntreibend wirkt.
Knöterich

  • Schlangen-Knöterich – Junge Blätter und Stengel zur Geung. Die Wurzel hilft bei Durchfall.
  • Vogel-Knöterich – Junge Blätter und Stengel sind sehr vitamin – und eiweissreich. Vogelknöterich ist eine einjährige Pflanze.
Kornblume
Blüten, für Tee. Kornblume ist eine einjährige Pflanze.
Kornellkirsche
Im vollreifen Zustand die Beeren verwenden. Die Kirschen sind reich an organischen Säuren, Zuckern und Pektinen und enthalten sehr viel Vitamine, vor allem Vitamin C.
Kresse

  • Kapuzinerkresse (Blüten, sie enthalten viel Vitamin C und Benzysenföl)
  • Feldkresse (Junge Blätter und Stengel. Kresse wirkt blutreinigend, verdauungsfördernd und harntreibend. Feldkresse ist eine einjährige Pflanze.)
  • Brunnenkresse (Junges Kraut und Samen, Brunnenkresse sollte nicht unterhalb einer Grasweide gesammelt werden und immer vor dem Verwenden gut gewaschen bzw. abgekocht werden. Brunnenkresse enthält viel Vitamin C, Provitamin A, die Vitamine B und E, Niacin sowie wichtige Mineralstoffe, besonders Eisen und Jod. Brunnenkresse kräftigt den Organismus und wirkt anregend auf die Verdauung.)
  • Pfeilkresse (Samen als Gewürz und roh das scharf schmeckende Kraut)
  • Gartenkresse – Blätter und Samen, als junge Sprossen wie Brunnenkresse.
  • Breitblättrige Kresse (Pfefferkraut, Senfkresse) – mehrjährig, frosthart. Die Blätter. Achtung, wuchert.
Krokus
Blüten, in Maßen verwenden.
Wiesen – Kümmel
Verwendbar sind die jungen Blätter, die Sprosse und die Samen. Die Wurzel kann als Gemüsezusatz verwendet werden. Verwechslungsgefahr mit Schierlingsarten und der Hundspetersilie, Unterscheidungsmerkmale, beide giftigen Arten haben eine Ei – förmige Frucht und Kümmel hat die fein ausgeprägten Fieberblättchen am Blattscheidegrund. Wiesen – Kümmel ist eine einjähige Pflanze.
L
Wiesen-Labkraut und Echtes Labkraut
Genutzt werden die Triebe, die ca. 10 cm über dem Boden angeschnitten werden.
Stachel-Lattich
Stachellatich ist eine einjährige Pflanze. Zarte Blätter, nach hinaus fließen lassen vom Milchsaft. Diese Pflanze ist auch bekannt als Kompasspflanze, zur Orientierung der Himmelsrichtungen.
Lavendel
Die Blüten, zum Tee, zum Schutz vor Kleidermotten, zur Dufttherapie.
Levkoje
Die Blüten.
Traubenkopf-Leimkraut
Die jungen Blätter und die Sprosse roh oder als Gemüse.
Linde
Nahrhafte, sehr leckere Blätter und schmackhafte Blüten. Lindenblüten wirken beruhigend, schlaffördernd, krampfstillend und schweisstreibend. Der Tee hilft auch bei Bronchitis und Angina. Die abwehrsteigernde Wirkung wurde von amerikanischen Kinderärzten dokumentiert. Im Vergleich zur Antibiotikatherapie gesundeten die mit Lindenblütentee behandelten Kinder 10mal schneller und komplikationsloser.
Löffelkraut
Die Samen und die frischen, grünen Blätter – roh oder als Gemüse. Die Pflanze enthält neben viel Vitamin C, Mineralstoffe, Gerbstoffe und ein Senföl.
Löwenzahn
Die jungen Blätter des Löwenzahn liefern ein gutes Gemüse. Blätter Kochen oder roh. Aus den getrockneten Wurzeln kann man Kaffee-Ersatz machen: Trocknen, in einer Pfanne rösten und mahlen. Die Wurzel sollte man am besten im Frühling und nicht wie üblich im Herbst sammeln. Die Blätter die am tiefsten eingekerbt sind, wirken am heilkräftigsten. Im Herbst ist auf Äckern schon die nächste Generation von frischen Löwenzahnblättern zu finden. Die Blätter enthalten mehr Provitamin A als Karotten und vierzigmal mehr als herkömmlicher Salat, darüber hinaus die Vitamine B und C sowie Mineralsalze, Gerb- und Bitterstoffe. Im Vergleich zu Spinat enthält er dreissigmal mehr Eisen. Der im Frühjahr noch angenehm bittere Geschmack regt den gesamten Verdauungsapparat an; Leber, Galle, Milz, Bauchspeicheldrüse und auch die Nieren werden gestärkt. Löwenzahn wirkt harntreibend und blutreinigend. Löwenzahn hilft bei Stoffwechselstörungen und kräftigt den Körper. Der Blütenstaub enthält besonders viele Spurenelemente und die Löwenzahnwurzel, die roh oder gekocht gegessen wird, ist besonders im Herbst reich an Inulin.
Lungenkraut
Die jungen Blätter roh oder als Gemüse. Der Tee hilft bei Bronchialkatarrh, Blasensteine, Ruhr, Blutharn und Tuberkulose. Man nutzt die Wirkung des Krautes in Form von Umschlägen auf die Wunde.
M
Mädesüß
Junge Blätter und junge Triebe, die Blüten im Knospenstadium und die Wurzeln. Die Blüten enthalten kleine Mengen Salicylsäure, bekannt aus dem Schmerzmittel Aspirin. Mädesüss besitzt schweiss- und harntreibende Eigenschaften. Die grünen Pflanzenteile und die Wurzeln können für Salate und Gemüse verwendet werden.)
Malve
Junge Blätter, Blüten und die geschälten jungen Früchte werden genutzt. Die Blüten sollten am besten nur an trockenen Tagen ernten. Auch die Samen sind sehr schmackhaft. Malven haben einen hohen Gehalt an Proteinen, Provitamin A, Vitamin B und C, sie enthalten Schleimstoffe und Anthocyane. Wegen ihres hohen Schleimstoffgehalts wirken sie reizmildernd und schleimlösend. Malve wirkt entzündungshemmend und hilft bei Bronchitis. Nicht Pflanzenteile mit braunen Stellen sammeln, siehe Sauerampfer.
Mannstreu
Junge Sprossen im Frühling roh und die Wurzel als nahrhaftes Gemüse.
Margerite
Junge Triebe, junge Blätter und Blüten. Margerite wirkt gegen Verschleimung, Wassersucht, Blasengriess und die Umschläge verwendet man bei Hautausschlag.
Meerrettich
Junge Blätter können neben der Wurzel genutzt werden, hat eine keim – und bakterienhemmende Wirkung. Nicht in größeren Mengen nutzen.
Mehlbeere
Früchte zu Mus verarbeitet oder in Brot eingebackt. Auch gedörrt sind sie schmackhaft, enthalten Apfel- und Zitronensäure. Als Brot werden sie im trockenen, gemahlenen Zustand verwendet.
Melde
Hauptsächlich wie Spinat genutzt und im späten Frühjahr roh die jungen Blättchen. Im können die Blätter und die jungen Triebspitzen über Dampf gegart werden. Auch die schmackhaften Samen finden Verwendung. Melden enthalten viel Proteine, Provitamin A, Vitamin B, Vitamin C sowie verschiedene Mineralstoffe. Melde ist eine einjährige Pflanze.
Melisse
Die jungen, frischen Blätter schmecken sehr angenehm. Bei Verdauungsschwäche, starken Blähungen oder Verstopfung hilft der Tee aus den Blättern. Wirken auch beruhigend. Die Zitronen-Melisse hat, besonders frisch geerntet, ein angenehmes Zitronenaroma.
Mispel
Die Früchte sind nicht besonders schmackhaft und roh erst in überreifem Zustand genießbar. Sie enthalten relativ große Mengen an Zucker, Apfelsäure und Pektin. Aus diesem Grund lassen sich die Mispelfrüchte gut zu Marmelade, Kompott, Sirup und Obstwein verarbeiten. In der Naturheilkunde werden die Früchte seit dem Mittelalter bei Fieber und Durchfall eingesetzt. Wegen ihrer adstringierenden Wirkung sind sie zur Regulierung der Darmtätigkeit geeignet und werden auch von Menschen mit empfindlichem Magen gut vertragen.
Mistel
Inzwischen wissenschgaftlich erwiesen ist die krampflösende, blutdrucksenkende Wirkung der Mistel. Misteltee oder Misteltropfen verlangsamen den Herzschlag und erweitern die Arterien. Hilfe bringen sollen die Mistelpräparate auch bei Schwindelgefühl und – wie der Kneipp-Arzt Dr. Bohn aus seiner Praxis bestätigt – „bei chronischen Krämpfen und hysterischen Beschwerden.“ Auf dieser Wirkung beruht vermutlich die traditionelle Anwendung der Mistel bei Epilepsie. Die Mistel zur Krebstherapie: Rudolf Steiner, der intuitiv sehr viel altkeltische Weisheit in die neue Zeit hereinbrachte, hat die Mistel für die Krebstherapie wiederentdeckt.
Milzkraut
Das Kraut wird roh genutzt und gilt als altes Heilmittel.
Pfeffer-Minze, Wasser-Minze u.a. (nicht Katzenminze)
Die Blätter und Blüten sind sehr schmackhaft. Alle Minzearten enthalten verdauungsfördernde, antiseptische und anregend wirkende Öle. Es gilt zu beachten dass die Poleiminze, die einzigste giftige Minzeart, leicht mit der Ackerminze zu verwechseln ist. Die Poleiminze und Ackerminze haben, neben der Wasserminze, ein charakteristisches Merkmal. Ihre Blütenstände stehen in den Achseln der Blätter quirlig angeordnet, im Gegensatz zu den sonst üblichen ohrenförmigen Blütenständen. Die Ackerminze und Poleiminze sind regelrechte Doppelgänger, man kann sie optisch am besten unterscheiden anhand der Blätter. Die Blätter der Ackerminze sind grobgezähnt und die leuchtend grünen Blätter der Poleiminze sind ungezähnt mit stumpfer Spitze. Die Wasserminze hat ovale und gezähnte Blätter, die Blütenstände stehen, im Gegensatz zu den anderen zwei Minzearten, nicht durchgehend am Stengel, sondern sind am oberen Ende der verzweigten Pflanze angeordnet. Poleiminze und Ackerminze wirken regelrecht unverzweigt und sind am unteren Ende verzweigt. Minze hilft bei Magenverstimmung, Erbrechen, Gallensteine, Husten und Heiterkeit.
Wilde Möhre
Verwenden kann man die Blätter und die Wurzel, die allerdings holziger ist, als man es von Karotten gewöhnt ist. Sie enthält Provitamin A in grösseren Mengen, weitere Vitamine sowie Ballaststoffe. Verwechslungsgefahr mit den giftigen Doldenblätter, doch hat die Möhre unter der Dolde fiedrig ausgeprägte Hüllblätter und die charakteristische, leicht gelbliche Möhrenwurzel. Die Wilde Möhre ist eine einjährige Pflanze.[nbsp]
Moos
In Maßen verwenden, bekannt ist die Moossuppe, bei der Tannenmoos verwendet wird.
Moosbeere
Erntezeit nach dem ersten Frost um die Früchte roh zu essen, sie enthalten viel Vitamin C und Gerbstoffe. Vorher sollte man die Früchte nicht roh zu sich nehmen und als Kompott verarbeiten.
N
Nachtviole
Die Blüten.
Nachtkerze
Die Wurzel im Herbst oder Frühjahr, bevor der Blütenspross treibt, gekocht und die Blüten. Die Nachtkerze ist eine einjährige Pflanze.
Natternkopf
Junge Blätter, am besten vor der Blüte. Verwechslungsgefahr mit jungen Fingerhüten, die jedoch weniger steif behaarte Blätter besitzen.
Echte Nelkenwurz
Die jungen Blätter roh oder als Gemüse und die Wurzel im Herbst oder Frühjahr als Gewürz, sie sollte möglichst zügig verwendet werden.
Bach – Nelkenwurz
Blätter und die nektarreichen Blüten. Er nutzt bei Durchfall, Magen- und Darmstörungen und Leber – und Gallenbeschwerden.
O
Oregano, Wilder Majoran, Echter Dost
Die Blüten und Blätter, werden vorwiegend gegen Bronchitis, Katarrh, Erkältung und Grippe, Koliken und allgemeinen Verdauungsstörungen genutzt. Das Kraut oder das verdünnte Öl werden gelegentlich äusserlich in der Mundhygiene, bei verstopfter Nase, zur Behandlung von Wunden und Hautjucken sowie in der Aroma[-]therapie eingesetzt.
Ochsenzunge
Junge Blätter und Sprossenspitzen, am besten vor der Blüte. Verwechslungsgefahr mit jungen
Fingerhüten, die jedoch weniger steif behaarte Blätter besitzen. Auch die Blüten sind schmackhaft.
P
Pappel
Blätter und Rindenzubereitung siehe Birke. Der Baum hilft bei rheumatischen Beschwerden, Blasen- und Prostataleiden.
Pastinake
Pastinakeblätter und die Samen, die ähnlich wie Kümmel wirken, d.h. beruhigend bei Magenbeschwerden. Pastinake hat einen hohen Nährgehalt in der Wurzel, wobei die der einjährigen Pflanze bevorzugt werden soll. Die Wurzel enthält viel Vitamin C, Stärke und Eiweiss.
Pestwurz
Die jungen Blätter kräftig abbrühen und als Gemüse zubereiten.
Knollen-Platterbse
Die Wurzel gekocht, weniger roh; sie enthält Stärke und Zucker. Man kann aus ihr auch ein gutes Speiseöl gewinnen.
Preiselbeere
Früchte enthalten reichlich Vitamin C, mehrere organische Säuren, Gerbstoffe sowie Provitamin A und fäulnishemmende Stoffe. Verwechslungsgefahr mit der gewöhnlichen Bärentraube, doch kann man diese unterscheiden anhand der netzartigen Blattunterseite, die bei der Preiselbeere durch braunen Drüsen punktiert ist. Blättertee wirkt gegen Blasenleiden.
Q
Quecke (Agropyrum repens)
Die Wurzeln werden geschnitten, getrocknet und gemahlen dem Mehl beigemischt, da die Queckenwurzeln sehr viel Stärke enthalten.
Queller
Als Salat oder Gemüse. Queller ist eine einjährige Pflanze.
Quecke
Feine Früchte und auch die Wurzel kann verwendet werden. Früher wurden die Wurzelausläufer zu Mehl, Salat, Gemüse oder als Kaffeeersatz benutzt. Verwechslungsgefahr siehe Gräser. Quecke reinigt den Körper gründlich.
Quendel
Siehe Wilder Thymian.
R
Raps
Schmackhafte Blüten und Blätter.
Rauschbeere
Früchte erst Anfang Winter verwenden.
Acker-Rettich
Man sammelt vor der Blüte die jungen Blätter und die Sprosse und verwendet die Pflanze als Gemüse. Die Samen können zu Senf verarbeitet werden. Ackerrettich ist eine einjährige Pflanze.
Ringelblume
Blüten, gilt als wichtige Heilpflanze. Ringelblume ist eine einjährige Pflanze.
Rohrkolben
Das Mark der Wurzeln enthält bis zu 15% Zucker und bis zu 40 % Stärke, die in Wasser herausgelöst werden kann. Das Mark der Schösslinge wird leicht angebraten zu einem leckeren Gemüse. Der weibliche, braune Kolben kann wie Maiskolben zubereitet werden. Aus dem männlichen Blütestand, der über dem weiblichen sitzt, kann ein Pollenpulver gewonnen werden, das man Mehl zusetzen kann. Die Wurzeln und jungen Stengel werden abgeschält und man kann den inneren, weissen Teil gekocht oder roh essen. Die Pollen aus der Blüte klopft man vorsichtig hinaus und rührt sie mit Wasser zu einem Brei, aus dem man Fladen backt.
Robinie
Die Robinienblüte enthält Glycoside, ätherisches Öl mit stark duftenden Verbindungen und Flavonoide. Verwendet werden ausschliesslich die Blüten, da der grüne Teil der Pflanze, ähnlich wie beim Holunder, Giftstoffe enthält.
Hunds-Rose
Die Blüten werden verwendet, zum Beispiel als Salatbeigabe.
S
Wiesen-Salbei
Genutzt werden die Blüten wie auch die des Gartensalbeis. Salbei enthält ätherische Öle, Gerbstoffe, Harze und organische Säuren. Er wirkt antiseptisch, desinfizierend und fördert die Wundheilung. Bei Halsbeschwerden einfach den Tee gurgeln, bei Zahn(fleisch)beschwerden spülen.
Sanddorn
Früchte enthalten Vitamine, vor allem Vitamin C, aber auch Carotine sowie reichlich essentielle Fettsäuren im Fruchtfleisch. Sie enthalten 1% Vitamin C, Vitamin A und Flavone, die die Wirkung des Vitamin C aktivieren. Sanddornsaft schützt bei Erkältungen und stärkt nach Schwächezuständen, ausserdem ist ein Heilmittel bei Bronchitis.
Kali-Salzkraut
Die jungen Blätter und ganzen Pflanzen werden im Frühjahr geerntet und als Gemüse oder roh verwendet; die Pflanze ist reich an Alkalisalzen. Kali- und Salzkraut ist eine einjährige Pflanze.
Sauerampfer
Junge Blätter, Stengel und Triebe roh oder als Gemüse. Beim Pflücken keine Blätter mit braunen Flecken verwenden. Der charakteristische, saure Geschmack des Sauerampfers entsteht durch den hohen Gehalt an Vitamin C, Oxal- und anderen organischen Säuren. Roh gegessen, hat er eine günstigen Einfluss auf die Verdauung und dient zur Blutreinigung. Gekocht wirkt Sauerampfer leicht abführend. Nicht in grösseren Mengen verwenden.
Acker-Schachtelhalm, Zinnkraut
Junge Sporenkolben werden gekocht in der Küche genutzt. Die jungen Triebe schmecken sehr fein, Ackerschachtelhalmtee ist bekannt bei Blasen und Nierenerkrankungen. Man kann den Ackerschachtelhalm mit dem dünn sprossig wachsenden Sumpfschachtelhalm verwechseln, doch erscheint die grüne Sprosse des Ackerschachtelhalm erst nach Verschwinden der Fruchtsprosse. Der Sumpfschachtelhalm ist schwach giftig. Beim Ackerschachtelhalm ist der erste Gliedstück des Seitentriebes deutlich länger oder mindestens so lang wie die dazugehörende Stengelscheide am Hauptspross. Beim Sumpfschachtelhalm ist das erste Glied des Seitentriebes deutlich kürzer, als die dazugehörende Stengelscheide am Hauptspross. Des Weiteren fällt auf, dass die Zähne der Sprossscheiden beim Sumpfschachtelhalm in der Mitte eher dunkel und an der Spitze mit einem breiten Hautrand versehen sind. Ackerschachtelhalm enthält viel Kieselsäure, was den Einsatz bei Nierenkrankheiten und Probleme des Bindegewebes begründet. Die Kieselsäure löst sich im Tee nur heraus, wenn die grünen Sommertriebe mindestens 20 Minuten abgekocht werden. Ackerschachtelhalm wirkt sich blutstillend bei Nasenbluten aus. Bei Nieren – und Blasenleiden, bei Wassersucht und bei Ruhr wird Ackerschachtelhalm benutzt. Gute Schachtelhalme haben keine braunen Stellen.
Schafgarbe
Blüten und junge Blätter sind sehr schmackhaft. Schafgarbe wird wegen ihrer anregenden, stärkenden, entzündungshemmenden, entkrampfenden und antiseptischen Wirkung -Leber, Galle und Niere- geschätzt. Die Kombination von ätherischen Ölen, Bitter- und Gerbstoffen macht sie darüber hinaus zu einem magen- und darmstärkenden Mittel. Wegen der entzündungshemmenden und antiseptischen Wirkung kann ein in Tee getränktes Tuch als Umschlag auf Wunden und Entzündungen helfen. Bei Entzündungen der Mundhöhle mit dem Tee gurgeln.
Scharbockskraut
Blütenknospen – hoher Stärkegehalt -, Stengel und die Blätter mit dem hohen Vitamingehalt unbedingt vor der ersten Blüte sammeln. Die Wurzel sollte erst nach der Blüte geerntet und als Gemüse gekocht werden.
Wiesen-Schaumkraut
Junge Blätter, Blüten, Stengel und Knospe. Enthält Senföle und reichlich Vitamin C. Das Gartenschaumkraut wird gleich nach der Ernte verwendet.
Schlehe, Schlehdorn
Nach dem ersten Frost werden die Beeren gesammelt und können roh ohne Stein gegessen werden. Schlehen enthalten organische Säuren, Gerbstoffe und Vitamin C. Auch die Blüten sind geschmacklich sehr fein und bewirken getrocknet einen blutreinigend, schweiss- und harntreibenden Tee. Die Beeren regen den Kreislauf und die Herztätigkeit an und hat von innen heraus hautreinigende Wirkung.
Schlüsselblume
Blätter und Blüten. Die Blüten enthalten ätherische Öle und die Blättchen sind reich an Vitamin C und Mineralsalzen, enthalten aber auch Saponie, Glykoside und Pflanzenschleime, die reizlindernd und schmerzstillend wirken. Schlüsselblume hilft bei Bronchitis und Husten. Die Blüten sollten rasch getrocknet werden.
Acker-Senf
Die jungen Blätter und Triebe werden als Gemüse gekocht. Aus den Samen wird Senf hergestellt. Der Senf ist eine einjährige Pflanze.
Schwarzer Senf (Blätter, Blüten und die Samen. Die Blätter sind reich an Proteinen, Provitamin A, Mineralsalzen und den Vitaminen B und C. Die rohe Pflanze wirkt appetitanregend, verdauungsfördernd und antiseptisch. Schwarzer Senf ist eine einjährige Pflanze.)
Springkraut
Blüten und Samen. Springkraut ist eine einjährige Pflanze.
Stachelbeere
Früchte. Aus den Blättern lässt sich ein angenehmer Tee herstellen.
Steinbeere
Früchte
Wildes Stiefmütterchen, Veilchen
Veilchenblüten sind sehr schmackhaft und Veilchenblätter können die ganze Saison hindurch verwendet werden. Veilchen enthalten neben ätherischen Ölen, das Alkaloid Violin sowie Saponine und wird als natürliches Heilmittel bei Husten und Bronchitis eingesetzt. Ein Absud aus der Veilchenwurzel hilft beim Gurgeln bei Angina.
Sumpfdotterblume
Nur Blütenknospen, am besten die Blütenknospen in Salzwasser, Essig oder Öl einlegen und als Kapernersatz essen. Des weiteren kann man die Blütenknospen vom Löwenzahn, der gemeinen Besenginster, Wurzeln oder Blütenknospen des Scharbockkrautes und die Blütenknospen des Gänseblümchen gleich einlegen.
Duftende Süßdolde
Die jungen Blätter und die Wurzel als Gemüse oder Gewürz. Die Pflanze wird als magenstärkendes und harntreibendes Mittel eingesetzt. Aufgrund der leichten Verwechslung mit den Schierlingsarten und der Hundspetersilie, sollte man auf sie beim Sammeln als Laie verzichten.
T
Tanne
Gleich wie Fichte – die Tanne ist nicht so leicht zu unterschieden von der Fichte. Die meisten Menschen wissen auch nicht, dass der bekannte Tannenbaum an Weihnachten eigentlich die Fichte ist. Die Tanne ist am Anfang ziemlich stark mit Harzbeulen versehen und hat eine dunkelbraune Borke, später verfärbt sich die Borke weiss und silbergräulich. Die Fichte hat hängende Zapfen und die Tanne die Senkrechtstehenden. Ein weiterer Unterschied zwischen den Zapfen ist, dass die Fichte ihre Zapfen nach der Samenentlassung am ganzen Stück verliert, doch die Zapfen der Tanne nach der Samenreife schon auf dem Baum zerfallen. Bei der Fichte sind die Nadeln auch viel spitzer als bei der Tanne und sind rund um den Ast besetzt. Die Tannennadeln dagegen sind in einer scheitelförmigen Anordnung an den Ästen angewachsen und sind weich anzufassen. Noch ein guter erkennbarer Unterschied ist, die Rinde der Fichte ist rissig, dagegen die der Tanne immer glatt, bis auf die griechische Tanne, doch ist diese wild nur in Griechenland zu finden. Eine weitere Differenzierung ist der Bau der Krone. Bei der Tanne ist die Krone oben abgerundet und bei der Fichte läuft sie nach oben Spitz zu und ist kegelförmig.
Taubnessel
Blüten, die jungen Blätter und Triebe und die weichgekochte Wurzel. Die weisse Taubnessel gilt als sehr heilkräftig, sie kommt auch in der Frauenheilkunde zur Anwendung. Alle Taubnesselpflanzen können wie Brennessel als Gemüse verwendet werden.
Ährige Teufelskralle
Essbar sind die jungen Blätter und die mohrenförmige, schmackhafte Wurzel, die als Reservestoff Kohlenhydrate enthält. Auch die zarten Knospen schmecken fein.
Wilder Thymian
Blühende Sprossentriebe werden genutzt. Thymian ist reich an ätherischen Ölen, er wirkt stärkend und beruhigend bei Blinddarmreizungen, Magenerkrankungen und Nervenschwäche. Thymian wirkt schwach desinfizierend, vor allem für die Lungen und hilft ausgezeichnet bei Bronchitis.
Traubenholunder
Abgekochte, rote Früchte.
Traubenkirsche
Die Früchte sind essbar, der Stein giftig.
U
Ulme
Nahrhafte Blätter.
V
Veilchen
Siehe Wildes Stiefmütterchen.
Vergissmeinnicht
Blüten.Vergissmeinnicht ist eine einjährige Pflanze.
Vogelbeerbaum, Eberesche
Erntezeit der orangeroten Beeren unbedingt im Spätherbst nach dem ersten Frost, im rohen Zustand nicht für jeden ein Genuss, deshalb Verarbeitung zu Mus oder Marmelade. Die Früchte beinhalten Vitamine, vor allem Vitamin C. Vogelbeere begünstigt den Stoffwechsel und unterstützt die Tätigkeit der Leber.
Vogelmiere
Junge Blätter und Triebe das ganze Jahr über. Vogelmiere enthält reichlich Vitamin C und Karotin, des weiteren Elemente, wie Phosphor, Magnesium, Kupfer und Kalium, sowie Mineralsalze, Saponine und Kieselsäure. Vogelmiere ist eine einjährige Pflanze.
W
Heide-Wacholder
Beeren und die Samen geröstet als Kaffee – Ersatz.
Wilder Wein Blätter
Waldmeister
Junge Blätter, aber sparsam verwenden. Verwechslung mit Labkrautgewächsen, wobei Waldmeister einen von unten durchgehenden 4 kantigen Stiel hat. Waldmeister ist ein Beruhigungsmittel und hilft bei Verdauungsbeschwerden. Nicht in grösseren Mengen verwenden.
Walnuss
Nüsse enthalten 50 % Öl.
Kleine Wasserlinse
In sauberen Gewässern zu finden, roh oder gedünstet.
Spitzwegerich bzw. Breitwegerich
Das ganze Jahr über die jungen Blätter. Der Spitzwegerich hat dabei ein sehr herbes und gewöhnungsbedürftiges Aroma. Der Spitzwegerich ist ein altes Lungenheilmittel, denn seine Blätter enthalten Kieselsäure, die gewebefestigend wirkt, Schleimstoffe, die Schleimhäute schützend überziehen, sowie antiseptische – keimtötende Substanzen. Er hilft bei fiebrigen Lungen und Bronchialleiden, da er antibiotische Wirkstoffe besitzt. Dazu enthät er noch Vitamin C. Alle Wegericharten enthalten Proteine, Vitamine und Mineralsalze, aber auch Schleim- und Gerbstoffe. Sie wirken blutreinigend, antiseptisch, blutstillend und gewebefestigend. Man nutzt den Tee bei chronischen Katarrhen der Luftwege, Verschleimung, Husten, Blasenentzündung, und die frischen Blätter als Wundeheilmittel.
Wegwarte (Genutzt werden die jungen Blätter, die Triebe und die gekochte Wurzel. Die geröstete Wurzel ist als Kaffeeersatz bekannt. Der Tee wirkt gegen Würmer und hilft bei Magenbeschwerden, führt ab und gilt als harn – und schweisstreibend.)
Weide (Korbweide, Saalweide, Trauerweide)
Die Blätter der Weide sind essbar, und man kann das Rindeninnere zubereiten (siehe Birke). Weide wirkt schmerzstillend und fiebersenkend. In der Rinde der Weide ist Salicyl, als Tee abgebrüht oder roh gekaut bewirkt es eine schmerzbetäubende Wirkung. Den Aufguss aus Weidenrinden hilft bei Angina.
Schmalblättriges Weidenröschen
Junge Blätter roh oder als Gemüse. Die jungen Stocksprossen und Triebe ergeben, vor der Blüte geerntet, ein feines Gemüse. Die Wurzel werden ab Frühjahr bis vor Blütebeginn genutzt. Auch die anderen Weideröschen sind nutzbar. Die Blätter weisen reichlich Vitamin C, hohe Mineralstoff – und Spurenelementgehalt auf.
Weißdorn
Weißdorn enthält blutdrucksenkende und krampflösende Stoffe. Ein Tee wirkt herzstärkend und beruhigend. Die Früchte haben einen hohen Gehalt an Zucker, Pektin und Vitamin C. Genutzt werden die ganz jungen Blätter, Blüten und die Früchte. Das Fruchtfleisch kann getrocknet und dann als Zusatz zum Mehl verwendet werden.
Wiesenknopf
Junge Blätter, der Wiesenknopf enthaltet ein ätherisches Öl, Gerbstoffe, Saponine, Vitamine und Mineralsalze. Die Gerbstoffe der Blätter wirken adstringierend und blutstillend. Die Saponine und das ätherische Öl regen die Verdauung an und wirken gegen Blähungen. Die Blätter werden roh zubereitet, da er gekocht sein Aroma verliert.
Zaun-Wicke
Junge Blätter und Triebe.
Z
Sumpf – Ziest, Wald – Ziest
Die Wurzeln finden gekocht Verwendung.



Quelle und Dank an:   http://quant-vital.de und Beitrag ‘essbare Wildpflanzen – eine Liste’ übernommen aus 7SG-Blog und weitergeführt

Buchtipp:


Bild:
                  Buchcover des Titels 'Essbare Wildpflanzen: 200 Arten
                  bestimmen und verwenden' (Quelle:
                  ecx.images-amazon.com)